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Wiener Fahrzeughandel: E-Auto-Akkus brandgefährlicherer Sondermüll

20.11.2019

Wiener Fahrzeughandel warnt vor Gefahren und Umweltschäden durch fehlende Regelungen für Recycling und Entsorgung von E-Autos.

Burkhard Ernst,  Landesgremialobmann des Wiener Fahrzeughandels

Seit Wochen steht ein ausgebrannter Tesla in Tirol und wartet auf fachgerechte Entsorgung, wie ein kürzlich auf tirol.orf.at veröffentlichter Artikel berichtete (https://tirol.orf.at/stories/3021270/). Doch weder Feuerwehr noch Entsorgungsunternehmen oder Hersteller können diese derzeit gewährleisten. Entsorger lehnen die Verwertung des geschrotteten E-Autos zu Recht ab, da niemand genau weiß, welche giftigen Bestandteile die Batterie enthält bzw. wo diese genau anfängt und aufhört. Der Hersteller selbst verweist auf einen Entsorgungspartner, der jedoch nach eigener Auskunft gar nicht befugt ist, einen Tesla zu recyclen. Das E-Wrack steht seitdem abgelegen auf einem Firmengelände da niemand garantieren kann, dass das Auto nicht wieder in Flammen aufgeht. „Klimaschutzziele im Verkehr sollen derzeit vorrangig durch den Ausbau der Elektromobilität erreicht werden, doch die dadurch entstehenden Gefahren und fehlenden Entsorgungsregelungen wurden bislang offenbar völlig außer Acht gelassen“, kritisiert Burkhard Ernst, Landesgremialobmann des Wiener Fahrzeughandels.

Keine lizensierten Entsorgungsbetriebe für E-Autos

Eine in Brand geratene Lithium-Ionen-Batterie, die in Elektroautos üblich ist, kann derzeit nur durch tagelanges Kühlen in großen Behältern mit ca. 11.000 Liter Wasser endgültig gelöscht werden. Durch den Kontakt mit den Batterien wird das Wasser so stark kontaminiert, dass es aufwändig als Sondermüll entsorgt werden muss, berichtet ORF Tirol. Laut ORF gibt es zudem in Österreich bislang keinen, vom Umweltministerium vollständig lizensierten, Entsorgungsbetrieb, der ein ausgebranntes Elektrofahrzeug, wie den in Tirol ausgebrannten Tesla, entsorgen kann. Dafür müssen nun Experten eigens aus dem europäischen Ausland anreisen. „Dass E-Autos zugelassen worden sind, obwohl der Kunde bei der Entsorgung dann im Regen stehen gelassen wird, ist eine Gefahr für die Umwelt und eine Zumutung für die Verbraucher“, kritisiert Ernst. Trotz dieser Gefahren ist der derzeitige politische Wille eine möglichst rasche Elektrifizierung des Verkehrs, um dadurch CO2-Reduzierungsziele zu erfüllen. „Dabei werden jedoch die daraus entstehenden Gefahren und fehlenden Rahmenbedingungen für eine umweltschonende und effiziente Entsorgung völlig vergessen“, warnt Ernst. Denn auch wenn das Risiko eines Brandes bei Elektroautos vergleichsweise gering ist, ist die Gewährleistung der fachgerechten Entsorgung von Lithium-Ionen-Batterien wichtig, da hier – wenn sie beschädigt sind – giftige Gase oder Materialien wie Lithium oder Cobalt austreten können und z. B. Gewässer stark verschmutzen. Hierfür ist ein neues Recyclingsystem für den Bereich Elektromobilität notwendig, das es in Österreich bislang nicht gibt.

Strategie für Elektromobilität gefordert

„Allein auf Elektromobilität als Allheilmittel zu setzen, ist mit Blick auf den Klimaschutz viel zu kurz gedacht“, kritisiert Ernst. „Die aufwändige Herstellung und gefährliche Entsorgung der umweltschädlichen Batterien taucht nicht in der Klimabilanz der ‚umweltschonenden‘ Elektroautos auf. Deshalb braucht es dringend die Förderung einer ganzheitlichen Strategie für Elektromobilität, die ein Recyclingsystem und den fachgerechten Umgang mit brennenden Elektroautos umfasst“, fordert Ernst. Auch, weil der Anteil von E-Autos bei Zulassungen in Österreich gerade drei Prozent beträgt, betrifft das Problem bislang noch nicht viele Autos. Doch der Anteil könnte sich bald stark erhöhen: Um Strafzahlungen zu vermeiden, so schätzte der deutsche Automobilexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer auf einer Veranstaltung des Fahrzeughandels Wien Ende Oktober, werden Autobauer E-Autos in Zukunft deutlich billiger abgeben. Hoffentlich nicht auf Kosten von Sicherheit und Umwelt.

Für den abgebrannten Tesla in Tirol zeichnet sich mittlerweile eine Lösung ab: siehe ORF-Bericht

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