Dies war bereits der dritte Anstieg in Folge. Analysten hatten hingegen einen Dämpfer erwartet und waren im Schnitt von einem Rückgang um 0,7 Prozent ausgegangen. Zudem wurden die Produktionsdaten für den Vormonat nach oben revidiert. Im Oktober war die Fertigung demnach um 2,0 Prozent gestiegen. Zuvor war ein Zuwachs von 1,8 Prozent gemeldet worden.
Die positive Entwicklung der Produktion im November 2025 sei maßgeblich auf die Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen, hieß es in der Mitteilung. Hier meldete das Bundesamt einen Anstieg von 7,8 Prozent im Monatsvergleich.
Auch die Entwicklung im Jahresvergleich überraschte positiv. Hier wurde für November ein Zuwachs von 0,8 Prozent ermittelt, während Analysten mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet hatten. Bereits am Donnerstag waren Daten zum Auftragseingang in der Industrie überraschend stark ausgefallen, was bei Ökonomen die Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt in der deutschen Industrie weckte.
Auch die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich kurz vor dem Jahreswechsel leicht verbessert. Das sogenannte Barometer für das Geschäftsklima stieg auf minus 19,8 Punkte, von minus 20,2 Zählern im November, wie das Münchner Ifo-Institut kürzlich zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte.
Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin schlechter beurteilen würden, sehen sie den kommenden Monaten weniger pessimistisch entgegen. Einen Lichtblick stellt die Entwicklung bei der Elektromobilität dar. Die Zulassungszahl alleine im Dezember entsprach deutlich über 20 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen. Im Jahresdurchschnitt 2025 erreichten BEV dadurch mit einem Anteil von 19 Prozent einen neuen Höchstwert.
Die Herstellerverbände VDA und VDIK sowie das Center of Automotive Management (CAM) rechnen damit, dass in diesem Jahr jeder vierte neu zugelassene Pkw ein Zero-Emission-Fahrzeug sein wird. Eine Voraussetzung dafür sei aber, dass die im November angekündigte Kaufprämie möglichst schnell eingeführt werde, erklärte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé. Bis zu 5.000 Euro pro Fahrzeug oder insgesamt drei Milliarden Euro sind dafür vorgesehen.
Eine solche Ankaufsprämie war auch bei uns bis ins Jahr 2025 äußerst erfolgreich. Fraglich ist, ob die sozialen Kriterien, die in Deutschland eingeführt werden sollen, wirklich als taugliches Instrument dienen. Demnach sollen nur Familien mit einem noch nicht genau festgelegten Bruttojahreseinkommen in den Genuss einer solchen Prämie kommen. Auch das Label Made in Germany oder zumindest Made in Europe sollen ein ausschlaggebender Faktor sein.
Wir hoffen hingegen, dass sich auch in Österreich die Stimmung aufhellt. Das Autojahr 2025 war mit mehr als 285.000 Neuzulassungen ein gutes, vielleicht gelingt 2026 eine weitere Steigerung in Richtung 300.000 Einheiten. Wichtig wird sein, bei der Elektromobilität weiter Gas zu geben und die bestehenden Förderungen bzw. Incentives trotz massiver staatlicher Budgetprobleme weiter zu erhalten.
Auf ein erfolgreiches Autojahr 2026!

Der Autor

Christian Pesau

Christian Pesau, Geschäftsführer des Arbeitskreises der Automobilimporteure