Firmenfahrzeuge gewinnen in Österreich weiter an Bedeutung. Laut Wirtschaftskammer Wien sind bereits 68 Prozent aller neu zugelassenen Pkw auf Unternehmen angemeldet, zudem entfällt der Großteil der Elektro- und Hybrid-Neuzulassungen auf Firmenflotten. Damit kommt den Betrieben eine zentrale Rolle bei der Mobilitätswende zu. Gleichzeitig sieht die WK Wien die Unternehmen durch veraltete steuerliche Rahmenbedingungen zunehmend eingeschränkt.
„Für viele Betriebe ist das Thema Firmenauto längst zu einem Bürokratie-Marathon geworden“, sagt Stephanie Ernst, Obfrau des Wiener Fahrzeughandels. „Unterschiedliche Regelungen je nach Antriebsart und Unternehmensform sowie komplexe Sachbezugsmodelle für die private Nutzung erschweren die Verwaltung. Das kostet Zeit und Geld.“ In der Praxis müssen sich Unternehmer mit zahlreichen steuerlichen Vorgaben auseinandersetzen – etwa zu Sachbezug, CO₂-Grenzwerten und Normverbrauchsabgabe. Besonders die Dokumentation, vor allem bei der privaten Nutzung, führt dabei immer wieder zu Unsicherheit.
Angemessenheitsgrenze nicht mehr zeitgemäß
Im Zentrum der Kritik steht die sogenannte Angemessenheitsgrenze, die seit 2005 unverändert bei 40.000 Euro liegt. Angesichts gestiegener Fahrzeugpreise, höherer Sicherheitsanforderungen und technologischer Entwicklungen entspricht dieser Wert laut WK Wien nicht mehr der Realität. Besonders moderne Elektro- und Hybridfahrzeuge liegen häufig über dieser Grenze und werden damit steuerlich benachteiligt. Die aktuellen steuerlichen Rahmenbedingungen wirken laut Interessenvertretung dämpfend auf Investitionen in klimafreundliche Mobilität. Unternehmen, die ihre Flotten auf emissionsärmere Fahrzeuge umstellen wollen, stoßen auf steuerliche Einschränkungen.
Zwar ist im Regierungsprogramm eine schrittweise Anhebung auf 55.000 Euro ab 2027 und auf 65.000 Euro ab 2028 vorgesehen, doch aus Sicht der WK Wien kommt diese Anpassung deutlich zu zögerlich und zu spät. „Diese Grenze wurde seit über 20 Jahren nicht valorisiert – das ist in keiner Weise mehr zeitgemäß. Rechnet man allein die Inflation ein, müsste der Betrag Stichtag heute bei 69.000 Euro liegen“, so Stephanie Ernst.