Es wird sich auf die Verkehrssicherheit sicher negativ auswirken.“ Diese klare Ansage stammt aus einem von vielen Kommentaren, die im Rahmen der Umfrage der KFZwirtschaft eingegangen sind. Sie bringt die Stimmung in der Branche auf den Punkt. Die für heuer geplante Verlängerung der Prüfintervalle nach §57a wird in den österreichischen Werkstätten fast geschlossen abgelehnt. Rund 84 Prozent der Befragten bewerten die geplante Reform negativ, zwei Drittel davon sogar sehr negativ. Gerade einmal sieben Prozent äußern sich tendenziell positiv, ein verschwindend kleiner Anteil. Damit zeichnet sich ein bemerkenswert klares Bild ab, das in dieser Deutlichkeit selten ist.

Sicherheitsbedenken dominieren

Besonders die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit stehen im Mittelpunkt der Kritik. Fast 89 Prozent der Teilnehmerinnen erwarten negative Konsequenzen für die Sicherheit auf Österreichs Straßen, mehr als die Hälfte sogar in starkem Ausmaß. Aussagen wie „Sicherheit geht vor kurzfristiger Klientelpolitik“ oder „Mit Leuten sprechen, die Ahnung haben. Da geht es um Verkehrssicherheit!“ unterstreichen die Sorge vieler Werkstattprofis. Ein Teilnehmer weist darauf hin, dass es Fahrzeuge gebe, „wo die ersten schweren Mängel, einige Male sogar mit Gefahr in Verzug, bei ca. 50.000 bis 60.000 Kilometer auftreten“. Andere beklagen, dass Fahrzeuge künftig erst nach vier Jahren hinsichtlich sicherheitsrelevanter Komponenten wie Scheinwerfer geprüft werden sollen. Gerade bei Vielfahrerinnen könne dies fatale Folgen haben.

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Ein Schlag für die Werkstätten?

Auch wirtschaftlich sehen die Betriebe die Reform kritisch. Drei Viertel der Befragten rechnen mit Umsatzverlusten, etwa jeder Vierte sogar mit deutlichen Einbußen. „Das System sollte noch einmal überlegt werden. Es gibt zu viele Fahrzeugbesitzer, die ihr Fahrzeug nicht servicieren lassen. Dadurch werden viele Mängel erst bei der Überprüfung sichtbar“, lautet ein weiteres Zitat, das sowohl den Sicherheitsaspekt als auch die wirtschaftlichen Interessen der Werkstätten aufgreift. Knapp die Hälfte der Befragten erwartet zudem einen deutlichen Rückgang der Frequenz an Pickerl-Terminen, ein Drittel geht von einem leichten Rückgang aus. Kein einziger Betrieb rechnet mit einem Anstieg. Das lässt aufhorchen: nicht nur wegen möglicher Umsatzeinbußen, sondern auch wegen der verringerten Kundenkontakte, bei denen oft weitere Reparatur- und Serviceleistungen erkannt und angeboten werden. Harsche Kritik Zahlreiche Rückmeldungen zeigen auch ein tiefes Misstrauen gegenüber den politischen Beweggründen. Von „Politischer Willkür“, „Klientelpolitik“ und „unüberlegter Reform“ ist die Rede. Manche Kommentare werden sehr deutlich: „Ihr habt keine Ahnung, was ihr da macht!“ oder „Schellhorn soll beim Kochlöffel bleiben“, so ein verbaler Seitenhieb auf den politisch verantwortlichen Staatssekretär. Trotz emotionaler Formulierungen bleibt der Kern der Kritik sachlich begründet: Die geplante Reform wird als Sicherheitsrisiko, wirtschaftliche Belastung und unnötiger Einschnitt in bestehende, bewährte Abläufe gesehen. Nicht zuletzt der Hinweis, dass viele Menschen in älteren oder günstigeren Fahrzeugen unterwegs seien, deren Zustand eine engmaschigere Kontrolle erfordere, zeigt, dass die Werkstattbetreiberinnen auch Verantwortung für die allgemeine Verkehrssicherheit übernehmen wollen.

Tabelle
©ÖWV