Wegwerfgesellschaft

Autos zum Wegwerfen

Recycling
21.11.2022

Wir stellen den Jahreszeiger der Zeitmaschine auf "Minus 50", legen den Hebel um und steigen aus der Kabine im Jahr 1972.
Kfz WERKSTÄTTE - die Vorgängerpublikation der KFZwirtschaft

Vor 50 Jahren berichtete die „Kfz WERKSTÄTTE“, die Vorgänger-Publikation der KFZwirtschaft, über ein originelles Projekt der US-amerikanischen Automobilindustrie: „Das ‚Auto zum Wegwerfen‘ wird nach Ansicht amerikanischer Wissenschaftler schon zu Ende dieses Jahrzehnts Wirklichkeit sein“, hieß es in dem Artikel, und weiter: „Wie die APA dazu meldet, werden in den Vereinigten Staaten bis dahin strikte Abgasbestimmungen in Kraft getreten sein, sodass sich die jetzt gebräuchlichen Kompaktwagen enorm verteuern werden. Der Bau von Mittelklasseautos in der jetzigen Form wird sich also nicht mehr lohnen.“

Dilemma gelöst

Den Ausweg aus dem Dilemma hätten die US-Ingenieure jedoch schon gefunden, heißt es in dem Artikel: „Der Zweitwagen für die amerikanische Familie wird dann wahrscheinlich so konstruiert sein, dass er nur eine Lebensfähigkeit von 15.000 bis 25.000 Kilometer hat. Das Fahrzeug, das aus leicht verschrottbaren Materialien gebaut werden wird, muss natürlich entsprechend preiswert angeboten werden und wird nach der genannten Kilometerleistung einfach auf den Müll geworfen.“ Ein wagemutiges Konzept, das jedoch wie viele andere Ideen in der Schublade verschwand. Eine Nachricht, eben erst aus den USA vermeldet, könnte es aber wieder überlegenswert erscheinen lassen. Wie die Tageszeitung „Der Standard“ dieser Tage aus den USA vermeldet, überlegen dort 30 Prozent aller Inhaber von KFZ-Werkstätten, ihren Betrieb zu schließen. Weil die modernen Fahrzeuge immer komplexer werden, müssten sie teure Spezialwerkzeuge anschaffen und viel Geld in Weiterbildung investieren. Fazit: Das Reparaturgeschäft zahlt sich einfach nicht mehr aus.