Ablösezahlungen schaden

28.06.2017

 
In Österreich ist die Ablöse von Kaskoschäden durch den Kfz-Versicherer weit verbreitet. Eine Vorgangsweise, die nicht nur den Kfz-Betrieben schadet, sondern auch mit Nachteilen für den Versicherungskunden verbunden ist. Für den Branchenversicherer Garanta sind Ablösezahlungen kein Thema.
Hans Günther Löckinger, GF Garanta Österreich.
Hans Günther Löckinger, GF Garanta Österreich.

Aus Sicht des Schadenregulierers hat es durchaus Vorteile: akzeptiert der Versicherungsnehmer eine Ablösezahlung, so erspart sich die Versicherung einiges an Leistung. Grund genug, warum einige österreichische Kfz-Versicherer ihren Kunden im Leistungsfall die Ablöse des Schadens nicht nur aktiv anbieten, sondern durch zusätzliche Vorteile oder digitale Abwicklungssysteme sogar noch schmackhafter machen.

Was so manchen Kfz-Versicherer freut, schadet den Kfz-Betrieben und den Versicherungskunden. „Weil die Ablösebeträge wesentlich geringer sind als die erforderlichen Reparaturkosten, ist eine ordnungsgemäße Instandsetzung des beschädigten Fahrzeugs in einer konzessionierten Kfz-Werkstätte nicht möglich. Der Weg zur Reparatur führt in diesen Fällen oftmals zum Pfuscher oder ins möglicherweise billigere Ausland“, so Garanta-GF Hans Günther Löckinger.

In beiden Fällen gehen die Umsätze am heimischen Kfz-Gewerbe vorbei – dem Staat entgehen Steuereinnahmen. „Kfz-Betriebe, die dem entgegenwirken wollen, sollten sich daher genau anschauen, mit welcher Versicherung sie zusammen arbeiten und wie diese mit Ablösezahlungen umgeht. Oder sie sind Garanta-Partner, denn wir empfehlen die qualifizierte Reparatur in einer österreichischen Fachwerkstätte, was sich auch positiv auf die Fahrtüchtigkeit und den Werterhalt des Fahrzeuges auswirkt“, erläutert Löckinger. Eine Haltung, die auch von Seiten der Interessensvertreter der Kfz-Wirtschaft immer wieder gut geheißen werde.