AIT gewinnt Dekra Award 2021

AIT
03.11.2021

 
Mit einer „Mobility Observation Box“ zur Erfassung und Bewertung von Konfliktsituationen im Verkehr gewinnt das AIT den Dekra Award 2021.
AIT Research Engineer Klemens Schwieger

Großer Erfolg für das AIT-Verkehrssicherheitsteam um Peter Saleh und Klemens Schwieger. Die Forscher entwickelten mit der Mobility Observation Box eine KI-basiertes Instrumentarium zur Erfassung und objektiven Bewertung von Verkehrsinfrastruktur und Konfliktsituationen und gewinnen damit den Dekra Award 2021, der zukunftsweisende Spitzenleistungen im Dienst der Sicherheit prämiert. Ziel der Entwicklung war es, die Verkehrssicherheit ungeschützter und nicht-motorisierter Verkehrsteilnehmer*innen zu steigern. Faktum ist: Wenn sich Fußgänger*innen, Radfahrer*innen sowie E-Scooter-Fahrer*innen auf ihren täglichen Wegen nicht sicher fühlen, werden sie nachhaltige Mobilitätsformen selten wählen. Die Unfallstatistik zeigt deutlich: Während in den letzten zehn Jahren die Anzahl der im Verkehr verletzten oder getöteten Pkw-Fahrer*innen kontinuierlich gesunken ist, gab es gleichzeitig einen Anstieg der Unfälle mit Personenschaden bei Radfahrern und Fußgängern um annähernd 40 Prozent. Hier braucht es einen proaktive Herangehensweise, die bei Verkehrskonflikten oder sogenannten Beinahe-Unfällen ansetzt.

Lehrreiche Konflikte

Konflikte treten wesentlich häufiger als Unfälle auf und bieten dadurch eine deutlich größere Datengrundlage für die Forschung. Vor diesem Hintergrund haben die Expert*innen des AIT die Mobility Observation Box entwickelt, die das Verkehrsgeschehen filmt und die Daten KI-basiert analysiert. Jeder Straßennutzer wird detektiert, klassifiziert und seine Bewegungslinie aufgezeichnet. So ist es nun erstmals möglich, die Sicherheit von Verkehrsinfrastrukturen nach objektiven Kriterien zu messen und dadurch vergleichbar zu machen. Die gewonnen Daten werden genutzt, um Kennzahlen für Verkehrskonflikte wie beispielsweise Konfliktschwere oder Relativgeschwindigkeiten abzuleiten, sowie um allgemeine Verkehrsinformationen wie Verkehrsstärken, Geschwindigkeiten, etc. zu ermitteln. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei höchste Priorität. Durch die automatische Anonymisierung aller Verkehrsteilnehmer*innen können keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden. Klemens Schwieger, Research Engineer am AIT Center for Low-Emission Transport, war maßgeblich an der Entwicklung der Mobility Observation Box beteiligt: „Jeder schwere Verkehrsunfall, der so verhindert wird, rechtfertigt die viele Arbeit, die wir in den letzten Jahren in die Entwicklung der Box gesteckt haben.“