Energiekrise

Blackout - was tun?

Vorsorge
03.03.2022

 
Auf Einladung des Motor Presse Klubs Austria hielt Bruno Hofbauer, Generalmajor des österreichischen Bundeheeres, einen Vortrag mit wertvollen Tipps, wie man sich auf einen möglichen Blackout vorbereiten kann.
Bruno Hofbauer, Generalmajor des Österreichischen Bundesheeres

„Die Gefahr eines Blackouts darf nicht unterschätzt werden“, warnt Bruno Hofbauer, und die aktuelle Ukraine-Krise gibt ihm Recht. Schließlich wird ein großer Teil des aus Russland importierten Gases in Österreich zur Stromerzeugung verwendet. So rechnen Expert*innen innerhalb der nächsten fünf Jahre mit einem Blackout. Sollte die Versorgung mit elektrischer Energie zusammenbrechen, wird es einige Zeit dauern, bis die technischen Notfallmaßnahmen greifen. „Bis in Österreich wieder überall eine Stromversorgung verfügbar ist, wird wahrscheinlich zumindest ein Tag vergehen“, so Hofbauer. Für ganz Europa wird mit etwa einer Woche gerechnet. Das klingt zwar nicht dramatisch, doch bis danach wieder Handy, Festnetz und Internet funktionieren, werden nochmals mehrere Tage vergehen. Erst dann kann die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wieder breit anlaufen.

Vorräte anlegen

Der Generalmajor rät daher, wenn möglich Vorräte für mindestens zwei Wochen anzulegen. „Planen Sie wie für einen vierzehntägigen Campingurlaub in den eigenen vier Wänden“, empfiehlt Hofbauer. Im folgenden eine grobe Checkliste:

  • Radio mit Batterien
  • Taschen- bzw. Stirnlampen
  • Ersatzbatterien
  • Kerzen, Zünder, Feuerlöscher,
  • Kohlenmonoxid-Melder
  • Wasser (2 Liter pro Person und Tag für 3 – 5 Tage)
  • Getränke, Tee, Kaffee
  • Haltbare Lebensmittel für 2 Wochen (Nudeln, Reis, Konserven)
  • Wichtige Medikamente für 2 Wochen
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • Hygieneartikel, Müllsäcke, Klebebänder, Kabelbinder
  • Gaskocher, Griller, Brennpaste
  • Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen
  • Schlafsäcke, Decken, warme Kleidung
  • Spiele, Blöcke, Kugelschreiber
  • Auto immer halb vollgetankt

Gemeinsam durch die Krise

„Mehr als vielen Menschen bewusst ist, ist unser Leben von einer intakten Stromversorgung massiv abhängig. Das ist im städtischen Bereich sogar noch stärker der Fall als am Land“, sagt Hofbauer. Von einem Blackout betroffen sind alle vernetzten, von der Stromversorgung abhängigen Infrastrukturen wie Telefone, Handys, Internet, Bankomat, Zahlsysteme, Tankstellen, Ampeln, Tunnel, der Bahnverkehr, viele Öffis, Aufzüge und Lifte. Damit fällt auch die Versorgung mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln oder Medikamenten aus. Vereinzelt muss auch mit Problemen bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gerechnet werden. Im eigenen Haushalt sind vor allem Licht, Kühlgeräte und die meisten Heizsysteme betroffen. Notrufe können nicht mehr abgesetzt werden. In Städten kann es durch den Ausfall von Ampeln zu einem Verkehrschaos kommen. „Wichtig ist, dass wir eine solche Krise nur gemeinsam bewältigen können, und dass es auf jede Einzelne, jeden Einzelnen von uns ankommt, um die schwerwiegenden Folgen eines Blackouts zu meistern“, so der Generalmajor. Die Kasernen des Österreichischen Bundesheeres sind in der Energieversorgung autark und können im Fall eines Blackouts Schutz und Hilfe bieten.