Diagnosekrimi

BMW 530i: Hartnäckige Startprobleme

Diagnosekrimi
18.05.2022

Ein 12 Jahre alter BMW E61 ärgert seinen Besitzer so lange mit Startschwierigkeiten, dass dieser ihn nur noch loswerden möchte. Kfz Techniker Jürgen Schmidt kauft den sportlichen Kombi - und handelt sich damit einen Diagnosekrimi ein.
BMW 530i Touring E61

Der BMW 530i Touring, Baujahr 2010, mit 6-Zylinder Benzinmotor und 272 PS, hat rund 168.000 Kilometer auf dem Tacho, als er seinen Besitzer mit Start-Kapriolen zu ärgern beginnt. An manchen Tagen will der Motor trotz mehrfacher Versuche einfach nicht anspringen - erst nach einer längeren Nachdenkpause lässt er sich doch noch bitten. Während der Fahrt gibt es hingegen keine Auffälligkeiten oder Probleme, doch die Startschwierigkeiten machen einen Werkstattbesuch unumgänglich. Der BMW landet also bei Kfz Techniker Jürgen Schmidt, der im niederösterreichischen Karlstetten eine freie Ein-Mann Werkstatt betreibt. Hier nimmt ein Diagnosekrimi seinen Anfang.

  • „Car Doc“ Jürgen Schmidt macht sich ans Werk und schließt sein Diagnosegerät an. Dieses meldet, dass die Isolierung des Hauptkabels von der Batterie zum Motorsteuergerät schadhaft ist.
  • Das Kabel wird getauscht, doch das Problem bleibt bestehen. Bei der Überprüfung des alten Kabels zeigt sich, dass die Isolierung entgegen der Fehlermeldung unbeschädigt ist. Das Diagnosegerät zeigt keine weiteren Fehler an.
  • Der Kfz-Techniker vermutet einen Wackelkontakt im Starter und tauscht diesen aus, doch der Fehlerteufel zeigt sich davon unbeeindruckt.
  • Der BMW-Besitzer hat von den Launen seines Kombis die Nase voll und verkauft ihn an Jürgen Schmidt. Dieser gibt die Hoffnung nicht auf, den Fehler doch noch eines Tages zu finden.
  • Ein halbes Jahr lang steht der BMW daraufhin in der Werkstatt und die akribische Fehlersuche wird – immer wenn Zeit ist – fortgesetzt.
  • Der Startknopf wird getauscht, ebenso das Massekabel zwischen Rahmen und Motor.
  • Alle Sicherungen in den drei Verteilerkästen im Motorraum, Handschuhfach und Kofferraum werden erneuert.
  • Sämtliche Leitungen werden mit dem Multimeter überprüft und erweisen sich als intakt.
  • Als Jürgen Schmidt mit seinem Latein am Ende ist, beschließt er, sicherheitshalber die Batterie zu erneuern, obwohl die alte noch voll funktionsfähig ist.
  • Bei der Demontage der im Kofferraum untergebrachten Batterie stellt sich heraus, dass sich dahinter eine Streifensicherung versteckt, deren Kontakte schwarz angekokelt sind.
  • Kfz Techniker Schmidt schleift die Kontakte sauber, und siehe da – der Fehler ist behoben. Der BMW startet ohne Mucken, der Fall ist gelöst.

Erkenntnis: Amperezange statt Multimeter

Kfz-Techniker Jürgen Schmidt hat aus dem Diagnosekrimi eine wichtige Lehre gezogen: „Wenn ich beim Durchmessen der Leitungen gleich die Amperezange genommen hätte, wäre ich viel schneller auf den Fehler draufgekommen“, sagt er nachdenklich. So hat er die Stromverbindungen nur mit dem Multimeter kontrolliert. Fazit: Die Kabel zeigten keine Defekte, der Fehler blieb unentdeckt. Mit der Stromzange, die das elektrische Feld um einen Leiter misst, wären der Wackelkontakt und damit die Fehlerursache gleich aufgefallen.