Branchenvereinigung schlägt Alarm: Ladeinfrastruktur hat doppeltes Problem

Elektromobilität
03.01.2022

 
Um die ambitionierten CO2-Ziele zu erreichen, setzen Europas Regierungen voll auf die E-Mobilität. Die dafür notwendige Infrastruktur ist freilich noch lange nicht vorhanden. Und: Viele bestehende Ladestationen sind viel zu langsam, wie die Autohersteller-Vereinigung ACEA dokumentiert. 
Die, wenn auch zum Teil auf 2020 basierenden Zahlen, zur Ladeinfrastruktur zeigen deren Schwäche auf.

Selbst wer an eine elektrifizierte Zukunft des europäischen Straßenverkehrs glaubt und E-Autos liebt, muss zugeben, dass wir insgesamt noch weit entfernt sind von einer flächendeckenden Infrastruktur. Hinzu kommt allerdings bereits ein weiteres Problem, das dem technischen Fortschritt geschuldet ist: Während nationale Regierung versuchen, mit Fördergeldern den Ausbau an Ladepunkten voranzutreiben, entpuppen sich nicht wenige bestehende Ladestationen bereits als nicht mehr zeitgemäß. Und das ist sogar noch milde ausgedrückt: In Wahrheit sind die Schnellladestationen mit mehr als 22 kW Leistung fast schon eine Seltenheit. 

Schwache Infrastruktur

Die Vereinigung der europäischen Autohersteller hat bereits Alarm geschlagen. Sie rechnet vor, dass von rund 200.000 öffentlichen Ladastationen in der EU nicht einmal 25.000 zum Schnellladen geeignet sind. Mit anderen Worten: Nur etwa zwölf Prozent, also jede achte Ladestation innerhalb der EU, leistet mehr als 22 kW und ermöglicht somit laut ACEA das Laden in einer erträglichen Geschwindigkeit. 

Genau das sei laut ACEA-Generaldirketor Eric-Mark Huitema aber notwendig, um die Massen zu einem Umstieg auf E-Autos zu bewegen. Denn nicht jeder hat die Möglichkeit, sein Fahrzeug langsam über Nacht aufzuladen. "Laden muss so bequem und einfach werden wie das Tanken", fordert Huitema. Doch davon sei man in Europa noch weit entfernt. Die Branchenvereinigung fordert eine politische Initiative zum Ausbau der Schnelllade-Infrastruktur.