Büchl vs. PSA: Schirak erwartet, dass Händlerverträge adaptiert werden

Autohandel
18.06.2020

 
"Nachdem das Kartellgericht festgestellt hat, dass es sich um einen 'Marktmachtmissbrauch' vonseiten des Importeurs handle, erwarte ich mir, dass die Hersteller/Importeure reagieren und die Händlerverträge adaptieren", sagt Einzelhandelssprecher Josef Schirak.
Einzelhandelssprecher Josef Schirak

Dieser Tage muss PSA Rechtsmittel gegen das Urteil des Kartellgerichts erheben, weil ansonsten die Frist verstreicht. Dass dies passieren würde, daran ließ PSA Austria Sprecher Christoph Stummvoll nie einen Zweifel. Sodann gebe es laut Rechtsanwalt Peter Thyri, der die Firma Büchl vertritt, die Möglichkeit einer Rekursbeantwortung für die Antragstellerin. Danach wird der Oberste Gerichtshof entscheiden. Bereits im jahr 2016 hatte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) in ihrer Stellungnahme zahlreiche Indizien für Wettbewerbsverstöße vonseiten der Hersteller/Importeure konstatiert. Automobilhersteller würden ihre "marktbeherrschende Stellung missbrauchen". Folgende Punkte listet die BWB auf: Standards- und Investitionsvorgaben, Garantie- und Gewährleistungsvergütung, Gestaltung von Bonussystemen, Abnahmeverpflichtungen für Betriebseinrichtungen und nicht zuletzt das Dirketgeschäft der Hersteller/Importeure. Laut Einzelhandelssprecher sei die Stellungnahme der BWB für das Urteil essenziell gewesen. Schirak erwartet sich nun, dass die Hersteller/Importeure reagieren und die Händlerverträge adaptieren. Interessant sei in jedem Fall, welche Wege die Hersteller fortan beschreiten würden, sagt Schirak zur KFZ Wirtschaft. Die Tendenz - Direkt- bzw. Agenturvertrieb - sei eine eindeutige.