E-Auto-Akkus sollen ein Mindesthaltbarkeitsdatum bekommen

Elektromobilität
16.11.2021

 
Ab 2023 müssen Hersteller nachweisen, dass die Batterien ihrer E-Autos gewisse Haltbarkeitsanforderungen erfüllen. Über fünf Jahre oder 100.000 Kilometer dürfen sie dann nicht mehr als 20 Prozent Kapazität verlieren. Das jedenfalls wollen die großen Autonationen durchsetzen.  
Die Batterie als Herzstück von E-Autos ist meist im Fahrzeugboden untergebracht. In Zukunft soll sie Haltbarkeitsstandards erfüllen.
Die Batterie als Herzstück von E-Autos ist meist im Fahrzeugboden untergebracht. In Zukunft soll sie Haltbarkeitsstandards erfüllen.
Die Reichweiten der Akkus wurden bereits deutlich verbessert. Laut Analysten war das aber erst der Anfang...
Die Reichweiten der Akkus wurden bereits deutlich verbessert. Laut Analysten war das aber erst der Anfang...

In Zukunft sollen Hersteller von Elektroautos dazu verpflichtet werden, eine Mindesthaltbarkeit für Traktionsbatterien zu gewährleisten. Darauf einigten sich die Mitglieder am Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) in Genf. 

Sollte die Regelung in Kraft treten - vorläufig handelt es sich noch um einen unverbindlichen Entwurf -, wären Autohersteller dazu verpflichtet, bei Akkus nach 5 Jahren oder 100.000 Kilometer mindestens 80 sowie nach 160.000 Kilometer oder 8 Jahren noch mindestens 70 Prozent Restkapazität zu gewährleisten.

Im März 2022 soll eine formelle Abstimmung zum Entwurf einer verbindlichen Regelung folgen. Länder, die zustimmen, müssten die Vorgabe dann in nationale Gesetzgebung übernehmen. Die Regel könne schließlich, wie es heißt, schon 2023 in Kraft treten.

Diese Länder stecken dahinter

Es wäre die erste internationale Regulierung zu Batterieentleerung. Hinter dem Vorschlag sollen neben der EU, den USA und China auch Länder wie Japan, Kanada, Südkorea und Großbritannien stehen und somit auch die wichtigsten Herstellerländer von Autos.

Mit der Restkapazitäts-Verpflichtung will man den Einsatz qualitativ schlechter Batterien verhindern und das Verbraucher-Vertrauen in E-Fahrzeuge stärken.

Die UNECE erwartet bis 2025 einen Anteil von E-Autos im globalen Gesamt-Fahrzeugmarkt von 10,4 bis 19 Prozent. 2020 lag der Anteil noch bei 4,6 Prozent. Unterdessen ist bei der Reichweite von Elektrofahrzeugen ein starker Aufwärtstrend erkennbar. Eine Analyse von Horvath & Partners zeigt, dass die durchschnittliche Reichweite von Elektroautos im Jahr 2017 bei 241 Kilometern gelegen ist, 2019 betrug dieser Wert bereits 324 Kilometer. Für das Jahr 2022 rechnen die Analysten mit 504 Kilometern pro Batterieladung und im Jahr 2025 sollen dann sogar schon 784 Kilometer möglich sein (siehe Grafik).