Fahrzeugmarkt

E-Autos immer stärker gefragt

Elektromobilität
17.08.2022

 
Good News: Trotz Krise und weltweiter Lieferengpässe nimmt der Absatz von vollelektrischen Autos in Österreich weiter Fahrt auf.
PwC Autofacts und Strategy&

Beachtliche 13,3% Marktanteil erreichten voll elektrische Neuwagen im ersten Halbjahr 2022 in Österreich – das entspricht rund 14.500 Fahrzeugen und einem Anstieg von 1,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Damit zählt Österreich zu den aufstrebenden Märkten, was den Absatz von reinelektrischen Fahrzeugen (BEV) betrifft.

Wachstum verlangsamt

Die aktuelle „Electric Vehicle Sales Review“ von PwC Autofacts und Strategy& zeigt, dass sich das Wachstum der weltweiten Neuzulassungen von reinelektrischen Fahrzeugen aufgrund von Lieferkettenproblemen und Lockdowns in China zwar verlangsamt hat, doch wurden im zweiten Quartal 2022 weltweit immer noch 61,7% mehr BEVs zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal 2022 lag das Wachstum sogar bei 108%. Die Marktanteile von BEVs in Österreich und weiteren wichtigen Märkten steigen jedenfalls weiter an. Zu den Top-Fahrzeugmodellen am europäischen Markt zählten im ersten Halbjahr 2022 der FIAT 500 electric (24.649 verkaufte Fahrzeuge), Tesla Model 3 (21.023 Fahrzeuge) und Renault ZOE (15.580 Fahrzeuge).

Entspannung der Lieferengpässe

„Die Elektromobilität stemmt sich gegen einen strauchelnden Gesamtmarkt“, sagt Günther Reiter, Automotive Leader bei PwC Österreich. „In Europa werden in diesem Jahr nur knapp 1,5 Millionen BEVs produziert werden – bei maximaler Kapazität und ohne Engpässe könnten es mehr als doppelt so viele sein.“ PwC beobachtet bereits erste Anzeichen für eine Entspannung der Lieferengpässe und erwartet mehr Produktionskapazitäten für Elektroautos mit einem stärkeren Wachstum im zweiten Halbjahr. „Für Österreich erwarten wir mittel- und langfristig eine konstant steigende Nachfrage nach Elektroautos“, so Reiter. Um sich in Zukunft besser gegen externe Schocks zu wappnen, setzen die europäischen Hersteller auf milliardenschwere Investitionen in unabhängige europäische Lieferketten, vor allem bei Batterien. „Wir erwarten bis 2030 in Europa eine Batterienachfrage von rund 1 TWh und entsprechende Produktionskapazitäten“, prognostiziert Johannes Schneider, Partner bei Strategy& Österreich. Für den Standort Europa geht es jetzt vor allem um Unabhängigkeit: Heute stammen noch über 60% der Vormaterialien für Batterien aus China und keiner der Top-20 Batterieproduzenten stammt aus Europa. Das Rennen zur Erschließung der europäischen Lieferkette ist in vollem Gange und es entsteht ein lokales, europäisches Geschäftspotenzial mit Urmaterialien. „Die europäischen OEMs sollten ihr Augenmerk auch auf die Etablierung einer ausreichenden Versorgungssicherheit dieser Urmaterialien richten“, so Schneider.