Vollbremsung am Automarkt

Neuzulassungen
06.12.2021

 
Europas Automarkt legte im Herbst nach einem fulminanten ersten Halbjahr eine Vollbremsung hin. Nach minus 30,3 Prozent im Oktober liegen die EU-weiten Neuzulassungen seit Jahresbeginn nur noch minimal im Plus. Österreich kann selbst davon nur träumen. 
Die Balken zeigen deutlich, was Sache ist: erstes Halbjahr hui, zweites Halbjahr pfui.

665.001 Pkw - so viele Autos wurden im Oktober in der EU neu zugelassen. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um nicht weniger als 30,3 Prozent. Mit diesen 665.001 verkauften Neuwagen war der Oktober 2021 sogar der schlechteste Oktober seit es entsprechende Aufzeichnungen gibt. Und es war der bereits vierte Monat in Folge mit rückläufigen Zahlen. 

So viel zu den Bad News. Die Good News sind, dass sich Year-to-Date, also seit Jahresbeginn immer noch ein Plus ausgeht: In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres liegen die Neuzulassungszahlen in der EU 2,2 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Man zehrt immer noch von den starken Wachstumsraten, die im ersten Halbjahr eingefahren wurden. 

Deutschland enttäuscht

Von den vier großen Märkten liegen drei im Plus und zwar über dem EU-Schnitt: Frankreich verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf ein Wachstum von 3,1 Prozent, Spanien 5,6 Prozent und in Italien liegen die Neuwagenverkäufe gar um 12,7 Prozent im Plus. Einzig Deutschland kann nicht Schritt halten: Hier liegen die Verkaufszahlen mehr als fünf Prozent unter dem Wert aus dem Vorjahr. 

Ein wesentlicher Grund für die insgesamt doch verhaltenen Zahlen - schließlich war 2020 schon ein schwieriges Jahr, weshalb die Latte nicht gerade hoch liegt - sind die anhaltenden Lieferschwierigkeiten aufgrund der Engpässe bei Halbleitern. Die jüngste Entwicklung ist jedenfalls ernüchternd, um nicht zu sagen dramatisch: Im Halbjahr lag der Gesamtmarkt noch 25,2 Prozent im Plus - jetzt sind es eben nur noch 2,2 Prozent. 

In Österreich ist alles noch eine Spur schlimmer: Im Oktober ist der Markt um überproportionale 39,2 Prozent eingebrochen, sodass auf 10-Monatssicht sogar schon ein Minus von 0,1 Prozent zu Buche schlägt.