Mit rund 285.000 neu zugelassenen Pkw verzeichnete der österreichische Markt 2025 ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren auch im letzten Jahr mehr als herausfordernd, umso überraschender ist es, dass der Automobilmarkt eine so deutliche Steigerung verzeichnen konnte. Mit nahezu 285.000 Pkw-Neuzulassungen nähern wir uns weiter den Stückzahlen vor Corona an, auch wenn es nach wie vor Luft nach oben gibt.“
Auch aus Sicht des Fahrzeughandels überwiegt Zuversicht. Klaus Edelsbrunner, Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandels, spricht von einer spürbaren Stabilisierung, mahnt jedoch klare Rahmenbedingungen ein: „Damit diese Entwicklung nachhaltig trägt, brauchen wir technologieoffene Mobilität und vor allem verlässliche, einfache Regeln. Wer Investitionen und Beschäftigung sichern will, muss Gesetzgebung wieder planbar, transparent und praxistauglich gestalten.“
Volkswagen Konzern als Stabilitätsanker
Eine tragende Rolle im österreichischen Markt spielte 2025 erneut der Volkswagen Konzern. Mit mehr als 106.000 Neuzulassungen wuchsen die Konzernmarken deutlich stärker als der Gesamtmarkt und erreichten knapp 40 Prozent Marktanteil. Volkswagen Pkw Markenleiterin Gudrun Zeilinger zieht eine positive Bilanz: „Für die Marke Volkswagen verlief das Jahr 2025 trotz aller Herausforderungen sehr positiv. Die Nummer-1-Position wurde souverän verteidigt – Volkswagen ist damit zum 68. Mal in Folge Marktführer.“
Für 2026 bleibt die Elektrifizierung zentral, ohne klassische Antriebe kurzfristig auszublenden. Ein Schlüsselprojekt ist die sogenannte Electric Urban Car Family. Mit dem ID. Polo will Volkswagen Elektromobilität breiteren Kundenschichten zugänglich machen. Ergänzt wird die Produktoffensive durch den ID. Cross, ein Facelift des ID.3 sowie ein emotionales Markenhighlight: 2026 steht ganz im Zeichen von „50 Jahre GTI“.

Nutzfahrzeuge: Elektrisch, aber unter Druck
Während sich der Pkw-Markt erholt zeigt, bleibt die Situation im Nutzfahrzeugsegment angespannt. Insbesondere der Markt für schwere Lkw leidet unter der schwachen Konjunktur. Franz Weinberger, Sprecher der österreichischen Nutzfahrzeugimporteure, verweist auf eine alarmierende Entwicklung: „Die Nachfrage der transportierenden Wirtschaft ist zurückhaltend, Investitionen in Neufahrzeuge werden aufgeschoben, die Fahrzeugbestände sinken tendenziell.“ Die Zahl der Insolvenzen im gewerblichen Gütertransport sei 2025 um 30 Prozent gestiegen.
Gleichzeitig schreitet die Transformation voran. „Der Anteil batterieelektrischer Lkw und Sattelzugmaschinen erreichte im Vorjahr in zwei Monaten einen Anteil von fünf Prozent.“ Um diesen Weg fortzusetzen, fordert Weinberger die Fortführung des Förderprogramms „Emissionsfreie Nutzfahrzeuge und Infrastruktur“ sowie regulatorische Anpassungen.
SEAT und CUPRA: Klare E-Strategie
Einen besonders dynamischen Beitrag zur positiven Marktentwicklung leisten SEAT und CUPRA. Nach einem Rekordjahr 2025 starten beide Marken mit hohem Auftragsbestand in das neue Jahr. Markenleiter Timo Sommeraurer: „Ein guter Auftragsbestand und Produktmix sowie neue, attraktive Produkte in der Pipeline begründen einen optimistischen Ausblick in das neue Jahr.“ 2026 markiert für CUPRA einen strategischen Meilenstein mit der Premiere des CUPRA Raval sowie mit Updates für Born und Tavascan.

Günther Kerle
“Zwölf Prozent Plus unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen.”
Elektromobilität als Wachstumsmotor
Noch nie zuvor wurden in Österreich so viele reine Elektroautos neu zugelassen: 56.030 BEVs bedeuten einen Marktanteil von 21,3 Prozent und ein Wachstum von fast 39 Prozent. Auch Plug-in-Hybride legten kräftig zu. Entsprechend sinkt der durchschnittliche CO₂-Ausstoß kontinuierlich: Reine Verbrenner kamen 2025 auf 122 g/km, inklusive Elektrofahrzeugen erstmals auf unter 100 g/km.
Ausblick 2026: Wachstum mit Vorbehalt
Für 2026 rechnen die Automobilimporteure mit maximal einem leichten Plus auf rund 290.000 Neuzulassungen. Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg: „Wir gehen trotz der nach wie vor herausfordernden Gemengelage von einem stabilen Autojahr 2026 aus. Die Zeichen dafür stehen gut, denn wir starten mit einem soliden Auftragsbestand und zahlreichen Produktneuheiten in petto ins neue Autojahr.“