Elektromobilität gewinnt im deutschen Fuhrparkmanagement weiter an Bedeutung. Das zeigt eine Befragung von DEKRA und puls Marktforschung, für die im Juli und August 2026 mehr als 250 Flottenverantwortliche aus Unternehmen mit mindestens 50 Pkw interviewt wurden. Insgesamt repräsentieren die Befragten einen Fahrzeugbestand von knapp 50.000 Pkw. Bereits 20 Prozent der Fahrzeuge in den untersuchten Unternehmensflotten verfügen über einen rein elektrischen Antrieb. Weitere 17 Prozent entfallen auf Hybridfahrzeuge. Mit einem Anteil von 37 Prozent dominieren allerdings weiterhin Dieselfahrzeuge, gefolgt von Benzinern mit 25 Prozent.
Elektroanteil soll sich nahezu verdoppeln
Die weitere Elektrifizierung zählt für viele Fuhrparkmanager zu den vordringlichsten Aufgaben. 46 Prozent der Befragten ordnen sie den drei wichtigsten Handlungsfeldern zu. Für die kommenden drei Jahre erwarten die Flottenverantwortlichen einen Anstieg des Anteils batterieelektrischer Pkw auf durchschnittlich 39 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Investitionsabsichten wider. 61 Prozent der befragten Unternehmen wollen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre verstärkt in Elektrofahrzeuge investieren.
Deutlich zurückhaltender fallen hingegen die Pläne zum Ausbau der Ladeinfrastruktur aus. Lediglich 35 Prozent rechnen mit höheren Investitionen in unternehmenseigene Lademöglichkeiten.
Öffentliche Ladeinfrastruktur wird kritisch beurteilt
Die Befragung zeigt zudem erhebliche Unterschiede bei der Bewertung bestehender Lademöglichkeiten. Nur 27 Prozent der Flottenverantwortlichen beurteilen das öffentliche Ladenetz als gut oder sehr gut. Bei der Ladeinfrastruktur am eigenen Unternehmensstandort liegt dieser Anteil bei 46 Prozent.
Kosten als Treiber, Reichweite als Hindernis
Neben ökologischen Überlegungen spielen wirtschaftliche Faktoren bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge eine wesentliche Rolle. Für 55 Prozent der Befragten zählt die Elektrifizierung zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Fuhrparkkosten zu optimieren. Als wesentliche Anreize gelten hohe Kraftstoffpreise, die 39 Prozent der Befragten nennen, sowie staatliche Förderungen und steuerliche Begünstigungen mit 34 Prozent. Gleichzeitig bestehen weiterhin Vorbehalte gegenüber Elektrofahrzeugen. Die größte Herausforderung sehen 37 Prozent der Flottenverantwortlichen in einer aus ihrer Sicht unzureichenden Batteriereichweite. Weitere 35 Prozent nennen die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten als Hindernis.
Ganzheitliche Planung erforderlich
Für DEKRA unterstreichen die Studienergebnisse die Notwendigkeit, Fahrzeugbeschaffung und Ladeinfrastruktur stärker aufeinander abzustimmen. „Die Ergebnisse unserer Flotten-Studie – insbesondere mit Blick auf die unterschiedlichen Investitionspläne in Sachen Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur – stützen unsere Überzeugung, dass die Elektromobilität nur als Gesamtsystem Erfolg haben kann“, erklärt Guido Kutschera, Vorsitzender der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH.
