Banner mit solidem Geschäftsjahr - und Zukunftsskepsis

Batterie
24.05.2022

 
Banner zieht positiv Bilanz für abgelaufenes Geschäftsjahr, trotzdem blickt man vorsichtig in die Zukunft.
Andreas Bawart, Kaufmännischer Geschäftsführer der Banner Gruppe

Auf zwei Zahlen ist man bei Banner stolz: Man erreichte im Geschäftsjahr 2021/22 (von 1. April 2021 bis 31. März 2022) einen Umsatz von 286 Millionen Euro und schaffte einen Absatz von 4,2 Millionen Batterien. 

Doch die schwierige Situation für die automobile Zulieferindustrie spürt auch Banner: Aktuell ist das Marktsegment der Erstausrüstung aufgrund der Turbulenzen wie fehlende Halbleiter und Kabelbäume sowie steigende Energie- und Rohstoffkosten rückläufig und defizitär. „Gerade in diesem Segment müssen die Preise erheblich angehoben werden, was aber von den Automobilherstellern verhindert wird. Hier würde sich die Zulieferindustrie deutlich stärkere Unterstützung erwarten. Den Automobilherstellern ist es aber wichtiger, die Aktionäre mit Rekordgewinnen zu überzeugen, stark zulasten der Zulieferindustrie, die ums Überleben kämpft,“ betont Andreas Bawart, kaufmännischer Geschäftsführer der Banner Gruppe. Derzeit liegt der Erstausrüsteranteil in der Business Unit Automotive bei knapp unter 30 Prozent, den Rest deckt das Marktsegment des Nachrüstmarktes ab.

Breitere Aufstellung für Baner

Die gesamte Automobilindustrie ist durch tiefgreifende globale Veränderungen geprägt. Die Banner Gruppe konnte sich dennoch mit einem Umsatz- und Absatzplus behaupten. „Ausschlaggebend für die positive Entwicklung ist die starke Nachfrage unserer Qualitätsprodukte im nordamerikanischen und asiatischen Raum“, erklärt Andreas Bawart. Mit einem zweistelligen Wachstum auf der iberischen Halbinsel und im fernen Osten unterstreicht Banner auch 2021/22 seine Stärke in der Exportwirtschaft. Anhaltende Herausforderungen in der Türkei führten zu einer Reduktion der Aktivitäten, in Russland wurden diese gänzlich gestoppt.

Mit den Entwicklungen in Portugal hingegen ist man besonders zufrieden: Dank einer neuen Vertriebsstruktur verdoppelte sich hier der Umsatz mit Banner Batterien im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Ausbau für die Zukunft

Um die Produktionskapazitäten an die steigenden Absätze anpassen zu können, wurden in den vergangenen drei Jahren mehr als 30 Millionen Euro in die Standortentwicklung in Leonding investiert. „Optimierung auftragsbezogener Produktion, zukunftssichere Planungs- und Logistikkapazitäten und vor allem die Digitalisierung und permanente Verbesserung unserer Prozesse standen und stehen dabei im Vordergrund“, betont Andreas Bawart.

Daneben wurde im Juni 2021 speziell für die neue Business Unit Energy Solutions ein Standort in Thalheim bei Wels eröffnet. Für die Weiterentwicklung der Produktion von Traktions- und Standby Energiespeicherlösungen wurden rund zehn Millionen Euro investiert. Die Sicherung von bestehenden Arbeitsplätzen sowie der Ausbau von Kapazitäten stehen im Fokus. Derzeit beschäftigt das Unternehmen europaweit rund 805 Mitarbeiter*innen.

Zukunftsausblick von Banner

Starter- und Bordnetzbatterien werden weiterhin das Kerngeschäft von Banner bleiben. Hier hat man sich zum Ziel gesetzt, speziell Marktanteile im Nachrüstmarkt zu gewinnen: „Es war zwar noch nie so unsicher wie heute. Die Rahmenbedingungen sind risikobehaftet und viele Einflussfaktoren begleiten unseren Arbeitsalltag. Dennoch wollen wir in unseren aktuellen Geschäftsbereichen wachsen und planen ein Wachstum von rund 200.000 Batterien,“ betont Andreas Bawart. „Entsprechend werden wir bestehende Kooperationen vertiefen und uns neue Chancen in Europa, Übersee und Asien eröffnen“, resümiert Bawart und sieht trotz weitreichender Veränderungen der Automobilbranche positiv in die Zukunft.