Liqui Moly und die Kunst des Beimengens

18.05.2018

Von: Philipp Bednar
Liqui Moly zeigt uns im firmeneigenen Labor in Ulm die Wirkung und Einsatzmöglichkeiten von ADDITIVEN und zwei neue Servicegeräte, die den Umsatz in Werkstätten erhöhen können.
Im Labor werden auch Tests mit Zylinderwänden und Kolbenringen durchgeführt.
Im Labor werden auch Tests mit Zylinderwänden und Kolbenringen durchgeführt.

Additive sind derzeit ein heißes Thema. Man findet sie in Premiumtreibstoffen und hochwertigen Motorölen. Bei Schmierstoffen liegt der Anteil zwischen 16 bis fast 25 Prozent. Das Ulmer Unternehmen Liqui Moly hat sich bereits vor Jahrzehnten auf die Vermarktung von Additiven konzentriert. Die Liqui Moly- Mitarbeiter benutzen lieber das Wort „chemische Werkzeuge“ für Additive. Es verdeutlicht, wie das Schmierstoffunternehmen seine Produkte einsetzt: als Problemlöser. Bei einem Presseworkshop in Ulm hat uns Forschungs- und Entwicklungsleiter David Kaiser die Welt der Additive etwas genauer erläutert.

DREI ZIELGRUPPEN

Grundsätzlich verfolgt Liqui Moly sowohl eine B2B- als auch B2C-Vertriebsstategie. „Pro Line“ heißen die Rezepturen, die primär für Fachwerkstätten gedacht sind. Die Additiv-Produkte sind höher konzentriert, deren Anwendung/Dosierung muss dementsprechend präziser erfolgen. Die Idee dahinter: Werkstätten sollen durch das Pro Line-Angebot wie Kraftstoffsystemreiniger, Motor- und Getriebespülungen sowohl mehr Umsatz generieren als auch ihren Endkunden teure Reparaturen ersparen und mit Fachwissen punkten. Die Endkonsumentenprodukte, die man bei den bekannten Zubehörhändlern bekommt, sind einfacher in der Handhabung, ihr Wirkungsgrad ist aber auch geringer. Die dritte Zielgruppe sind Flottenbetreiber und Transportunternehmer, da durch gewisse Additive die Motorenhaltbarkeit erhöht und der Treibstoffverbrauch gesenkt werden können. Bei Lkwund Busflotten, wo die Treibstoffkosten in enormer Kostenfaktor sind, können sich auch nur geringste Verbrauchseinsparungen im Jahr auf mehrere Tausend Euro summieren.

DIE WIRKUNG

Um die Wirkung von Additiven zu veranschaulichen, zeigt David Kaiser ein einfaches Experiment: Zwei Stahlstäbe werden in reines, unadditiviertes Benzin getaucht und erwärmt. In ein Gefäß wird die Benzin-Systempflege beigemengt, die Bauteile des Kraftstoffsystems vor Korrosion schützen soll. Nach gut einer Stunde sieht man, dass der Treibstoff ohne Additive deutliche Rostspuren hinterlassen hat, während der andere Stab aussieht wie neu. Ein anderes Experiment betrifft den Festschmierstoff im Öl-Additiv Cera Tec. Der Keramik-Motorschutz soll einen Leichtlaufeffekt im Motor-Inneren erzeugen und damit den Kraftstoffverbrauch senken und die Lebensdauer erhöhen. Das Keramikpulver haftet dabei fast magnetisch an Metalloberflächen. In ein Glas mit Flüssigkeit und Cera Tec wird ein Löffel getaucht und tatsächlich, nur der Metalllöffel wird von dem orangefarbenen Gleitverbesserer umschlossen. Nimmt man eine dünne Schicht des Pulvers zwischen die Finger, spürt man sofort die deutliche Reduktion der Reibung. Das Injektoren- Reinigungsadditiv sorgt dafür, dass Verkokungen um die Einspritzdüsen mit der Zeit abgetragen werden und sich der Einspritznebel wieder ungestört im Brennraum verteilen kann. Bei den Motorölen sind die Additivbauteile so klein, dass sie nicht als Schmutzpartikel erkannt und gebunden werden. Kraftstoffadditive dienen primär der Reinigung des Einspritzsystems für ältere Fahrzeuge und können prophylaktisch verwendet werden, um teuren Injektoren- Reparaturen vorzubeugen. Kühler-Additive können sogar kleine Undichtheiten verschließen.

PRODUKTSYSTEM

Weiters zeigt Liqui Moly mit der Gear Tronic II eine verbesserte Version seiner Automatik-Getriebeölservicestation für Wechsel und Spülung in einem Arbeitsgang. Gear Tronic II entstand in Kooperation mit Mahle und wird exklusiv für Liqui Moly gefertigt. Der Vorteil: Das komplette Altöl samt Verunreinigungen und Abtrieb wird entsorgt, die Getriebe laufen danach sauberer. Komplett neu ist die Jetclean Tronic II, ein Gerät zum Reinigen des Kraftstoffsystems und des Ansaugtrakts. Das Gerät ist für Benzin- wie Dieselmodelle geeignet, man muss nur den Kraftstofffilter und das Reinigungsadditiv für die jeweilige Antriebsart tauschen.