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Christian Weidinger, Verkaufsleiter Kastner, mit seinem Kunden Daniel Feichtl vor der edlen Blowtherm-Lackierkabine

Jung, dynamisch, zielstrebig

21.11.2019

DANIEL FEICHTL führt seine eigene Werkstatt für alle Marken in Steyr – jetzt auch mit eigener Lackierbox. Der Schraubermeister hat sich in wenigen Jahren hochgearbeitet und zeigt, wie groß das Potenzial für junge Unternehmer ist.

Die Spengler- und Lackierertruppe in der geräumigen Kabine. Die Stimmung im Betrieb ist vorbildlich und freundschaftlich.

In Steyr hat Daniel Feichtl mit großer Konkurrenz zu kämpfen. MAN, BMW, SKF – um nur ein paar Großkonzerne zu nennen, sich in der Stadt um Mitarbeiter bemühen. „Durch die Schichtarbeit können Facharbeiter dort richtig gutes Geld verdienen“, sagt Feichtl. Aber er sagt es nicht verbittert, verärgert, sondern neutral, fast respektvoll. Kein Wunder, denn Daniel Feichtl ist heute 34 Jahre alt, Papa, Chef von 16 Mitarbeitern und stolzer Besitzer einer üppigen Werkstatt, Spenglerei und Lackiererei für alle Marken. 2012 hat sich der Kfz-Technik-Meister selbstständig gemacht. Mit einem Lehrling, einer Sekretärin und seinem ehemaligen Chef hat er begonnen. Der Ex-Chef musste bald wieder gehen: „Es hat einfach nicht mehr funktioniert. Vorher war ich sein Lehrling, dann plötzlich der Chef. Ging nicht“, sagt Feichtl. Heute hat er drei große Hallen gemietet, knapp 400 Reifengarnituren eingelagert, fast ein Dutzend Bühnen im Betrieb und sogar einen Gebrauchtwagenhandel. Es scheint, als kenne der Jungunternehmer nur eine Richtung: aufwärts.

QUALITÄT MUSS STIMMEN Sein Erfolgsrezept? „Das werde ich oft gefragt, aber ganz ehrlich: Ich weiß es nicht“, winkt Feichtl ab.

Die Stimmung im Betrieb müsse passen, es brauche gewisse Freiheiten und Verantwortungen. Vielleicht ist sein Geheimnis viel einfacher: „Ich schraube noch selbst.“ Auf die Frage, warum er sich jetzt eine neue Blowtherm-Lackierkabine (8 × 4 × 3,35 Meter) mit Vorbereitungsplatz und üppigem viermotorigem Aggregat (4 × 7,5 kW) geleistet hat, ist die Antwort kurz und präzise: „Es geht um die Qualität. Wenn ich ein Auto an den Kunden übergebe, will ich wissen, dass alles passt, und wenn etwas nicht passt, dass wir schuld sind und sonst keiner. Ich will einfach alles aus einer Hand anbieten.“ Früher hatte er Lackierarbeiten ausgelagert. Nicht immer zu seiner Zufriedenheit. „Immer wieder haben Farbtöne nicht gestimmt oder es wurde nicht so gearbeitet, wie ich mir das erwarte.“ Daraufhin hat Feichtl noch die Meisterprüfung als Spengler und Lackierer nachgeholt und alsbald sein Team um professionelle Lackierer erweitert. Er selbst steht nicht in der Lackierkabine, ist aber ein Verfechter von professionellem Werkzeug. „Bisher konnte ich ständig in den Betrieb investieren. Es ist mir wichtig, dass wir das passende Spezialwerkzeug haben, ordentliche Tester und jetzt auch einen Top-Arbeitsplatz für die Spengler und Lackierer.“

KLOTZEN, NICHT KLECKERN

Um die neue Blowtherm-Lackierkabine mit Wärmerückgewinnung und Frequenzumformer in der Halle unterzubringen, musste ordentlich vorgearbeitet werden. „Wir mussten den gesamten Boden rausreißen, weil wir Stempelbühnen haben. Unser Pech war, dass wir zwei Bodenplatten hatten“, schmunzelt Feichtl. Der Farb- und Mischraum neben der Lackierkabine ist ungefähr einen halben Meter unter Bodenniveau, um darauf den Aggregatraum platzieren zu können. Kastner-Verkaufsleiter Christian Weidinger: „Im Dezember 2018 wurde bestellt. Im Mai 2019 war die Kabine fertig für ihren ersten Spritzgang. Dieses Projekt war eine echte Herausforderung, da der Platz beschränkt war und unsere Planungsspezialisten richtig tüfteln mussten, um die gesamte Technik unterzubringen. Aber das Ergebnis kann sich mehr als nur sehen lassen.“ Weidinger ist voll des Lobes für seinen Kunden. „Daniel hat sich hier in ein Bienennest gesetzt. Rundherum gibt es einige bekannte, erfahRené Lackierer, aber Daniels Mut hat sich ausgezahlt. Der Erfolg gibt ihm recht.“ Warum hat Feichtl Kabine und Vorbereitungsplatz gleich so groß gebaut? „Der Vorteil einer so leistungsstarken Kabine ist, dass man keine zusätzlichen Trockengeräte braucht. Das beschleunigt die Arbeitsabläufe“, erklärt Weidinger. In Summe sind beide Parteien mehr als zufrieden.

„Die Beratung war top, die Betreuung sowieso und jetzt können wir auch in Sachen Lackierung richtig Gas geben“, sagt Feichtl. Und wer Daniel Feichtl einmal live erlebt, der weiß, dass der Jungunternehmer gar nicht runter vom Gas kann. Gute Nachricht für seine Kunden, vielleicht eine weniger gute für Mitbewerber.

Autor/in:
Philipp Bednar
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