Bosch zeichnete am 11. Juni 2026 in Wien die besten Diplomarbeiten österreichischer HTL-Schüler aus. Die Siegerprojekte reichen von modularen Mobilitätslösungen über Kreislaufwirtschaft bis hin zu KI-gestützten Assistenzsystemen.
Mit 80 eingereichten Diplomarbeiten von 203 Schülerinnen und Schülern aus 27 Höheren Technischen Lehranstalten verzeichnete der größte unternehmensinitiierte HTL-Wettbewerb Österreichs einen neuen Einreichrekord. Beim Finale präsentierten 19 Teams ihre Projekte vor Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Vier Siegerprojekte ausgezeichnet
Den Bosch Innovationspreis in der Kategorie „Mobility“ erhielt die HTBLA Eisenstadt für die Diplomarbeit „EcoMorph – Modulare Plattform für vielseitige Mobilität“. Das Projekt rund um Andras Farkas verfolgt den Ansatz einer elektrisch angetriebenen Plattform, die mittels Schnellwechselsystem für unterschiedliche Einsatzbereiche auf Straße, Wasser oder Schnee angepasst werden kann.
Gleich zwei Auszeichnungen gingen an die HTL Braunau. In der Kategorie „Industrial Technology“ überzeugte Moritz Hajek mit der Arbeit „Technical Design and Engineering of a Single-Screw Extruder“. Der entwickelte Einschnecken-Extruder ermöglicht die Wiederaufbereitung von Kunststoffabfällen aus der 3D-Druck-Szene zu neuem Filament und ist als Open-Source-Projekt ausgelegt.
In der Kategorie „Connected Living“ setzte sich ebenfalls die HTL Braunau durch. Fabian Lindlbauer, Liam Vendel und Manuel Zauner entwickelten mit „Ascenta – Guiding your Vision“ eine KI-gestützte Assistenzbrille, die visuelle Informationen erfasst und in akustische Hinweise umwandelt. Die Datenverarbeitung erfolgt lokal auf Brille und Smartphone, wodurch keine Cloud-Anbindung erforderlich ist.
Sonderpreis für vernetzte Mobilität
Den Sonderpreis der ACE-Challenge erhielt die HTL TGM Wien. Mit dem „C-ITS Demonstrator“ entwickelten Maksymilian Jamroz, Osman Kilic, Hamzalija Mutapcic und Herbert Wirthner ein fahrbares Demonstrationsfahrzeug für automatisiertes und vernetztes Fahren. Das System kombiniert Sensorik, Software und Infrastrukturkommunikation und soll zentrale Konzepte zukünftiger Mobilität praxisnah veranschaulichen.
KI als Impulsgeber
Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich, betonte die hohe Qualität der Finalisten: „Die hier versammelten jungen Technikerinnen und Techniker beeindrucken durch ihre Souveränität und ihren Gestaltungswillen: Sie wenden Technologie nicht nur an, sondern treiben sie aktiv voran. Wer es in dieses Finale schafft, zeigt bereits ein außergewöhnliches Niveau an technischer und unternehmerischer Kompetenz. In Verbindung mit einem klaren Blick für wirtschaftliche Relevanz entsteht genau das, was echte Innovation ausmacht.“
Wolfgang Kern, Abteilungsleiter im Bildungsministerium und Vorsitzender der Fachjury, hob insbesondere die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz hervor. Neue Technologien würden neue Lernformen ermöglichen und zusätzliche Potenziale für innovative Projekte schaffen. Wettbewerbe wie der Bosch Innovationspreis würden zeigen, wie gut der technische Nachwuchs bereits auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet sei.
Im Herbst startet die Ausschreibung für die 20. Ausgabe des Bosch Innovationspreises.