Crashtest-Performance

Jetzt kommen die Chinesen wirklich

Autohersteller
12.09.2022

 
Im jüngsten Crashtest des Öamtc und seiner Partner bewiesen zwei neue Automodelle aus China, dass sie den Qualitätsanforderungen am europäischen Fahrzeugmarkt mehr als genügen.
Erstmals im ÖAMTC-Crashtest: Der WEY Coffee 01 aus China

In der Vergangenheit ließ die Crashtest-Performance von Autos aus China häufig stark zu wünschen übrig. Mittlerweile haben die Autobauer aus Fernost jedoch ihre Lektionen gelernt. Beim jüngsten Öamtc-Crashtest, der neun aktuelle Fahrzeuge auf ihre Sicherheit überprüfte, stellten zwei aus dem chinesischen Great Wall Motors-Konzern stammende Modelle sogar manchen Mitbewerber aus Europa in den Schatten. Der elektrische angetriebene Kleinwagen Ora Funky Cat und der Plug-in Hybrid SUV Wey Coffee 01 werden noch heuer in Europa erhältlich sein und steigen mit jeweils 5 Sternen sowie sehr guten Werten in allen Testkriterien in den Markt ein.

Griff nach den Sternen

Neben den Neulingen aus China schafften diesmal auch Genesis GV60 und Tesla Model Y die Höchstwertung. „Für den ebenfalls getesteten Kia Niro gilt das nur, wenn man das optionale Safety Pack dazu nimmt, in der Standard-Ausführung reicht es für vier Sterne“, hält Max Lang, Experte für Fahrzeugsicherheit beim Mobilitätsclub, fest. Diese Wertung gibt es auch für die im Wesentlichen baugleichen Citroen e-Berlingo, Opel Combo-e Life und Peugeot e-Rifter (getestet wurde der Rifter mit Verbrennungsmotor bereits 2018) sowie den Hyundai i20, der dem 2021 getesteten Hyundai Bayon entspricht.

Sicherheit für alle

Beim Testkriterium Erwachsenensicherheit erreichen alle Kandidaten ausgezeichnete Werte um die 90 Prozent – nur der Hyundai i20 fällt hier mit 76 Prozent und einem erhöhten Verletzungsrisiko beim Seitenaufprall deutlich ab. Auch bei der Kindersicherheit werden von aktuellen Fahrzeugen großteils Werte von deutlich über 80 Prozent erreicht. Die besten in diesem Kriterium kommen diesmal von Genesis, Tesla und Wey (jeweils 87 Prozent), am schwächsten schneidet auch hier der Hyundai i20 (82 Prozent) ab. Für vulnerable Verkehrsteilnehmer:innen spielen neben der Konstruktion der Frontpartie auch elektronische Assistenzsysteme eine wichtige Rolle. In punkto Bauweise stagnieren die meisten Modelle seit einiger Zeit. „Es sind meist immer noch die harten A-Säulen und oft auch Teile der Motorhaube und Windschutzscheibe, die bei einem Zusammenprall zu schweren Verletzungen bei Fußgänger:innen und Radfahrenden führen", sagt der ÖAMTC-Experte. Allerdings könnten automatische Notbremsassistenten helfen, Unfälle zu vermeiden. Hier gibt es vonseiten des Öamtc wenig zu beanstanden. Am häufigsten treten Probleme auf, wenn das System beim Reversieren oder beim Rechtsabbiegen Passanten nicht erkennt. Beim Kriterium Sicherheitsassistenten setzt der Tesla mit einem Wert von 98 Prozent die Maßstäbe, aber auch die chinesischen Modelle sind mit 93 (Ora Funky Cat) bzw. 94 Prozent (Wey Coffee 01) sehr gut mit Assistenten ausgestattet.