Neuzulassungen: Hoffnung auf leichtes Plus

Neuzulassungen
13.01.2023

 
Mit 215.050 Pkw wurden 2022 um ein Zehntel weniger Autos neu zum Verkehr zugelassen als im Jahr 2021.
Schwache Neuwagen-Nachfrage
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Die Automobilwirtschaft hat erneut ein schwieriges Jahr hinter sich. Peter Laimer, verantwortlich für die Kfz-Statistik bei Statistik Austria: „Insbesondere hohe Preise, die Energiekrise und Folgen der Corona-Pandemie haben auch im Jahr 2022 den Automarkt maßgeblich beeinflusst.“ Gegenüber dem Vorpandemiejahr 2019 (329.363 Pkw-Neuzulassungen) gab es 2022 um mehr als ein Drittel weniger Neuzulassungen. „Während die Zulassungszahlen von Benzinern und vor allem von Diesel-Pkw zweistellige Rückgänge aufwiesen, fiel die Abnahme der mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Pkw mit 88.368 Fahrzeugen geringer aus (-1,9 Prozent)“, erläutert Laimer. Die ausschließlich elektrisch betriebenen Pkw konnten um 2,4 Prozent auf 34.165 Fahrzeuge zulegen. „Neuzulassungen einspuriger Kfz setzten die rückläufige Entwicklung fort und lagen mit 43.651 Fahrzeugen um 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert“, so Laimer weiter. 

Talsohle erreicht

Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, nannte die Nachwirkungen der Corona Pandemie, die Lieferschwierigkeiten und die hohe Inflation als Gründe für den Einbruch am Automarkt. „Speziell die extremen Teuerungen beim Strom und bei den Treibstoffen führten zu einer weiteren Verunsicherung bei allen Kaufinteressenten. Dass die Einführung einer neuen CO2-Steuer im zweiten Halbjahr die Situation im Automobilhandel weiter verschärft hat, braucht nicht extra betont zu werden. Österreich ist nun hinter Belgien das zweitteuerste Land in Europa in Bezug auf die Besteuerung von Pkw“, so Kerle. Es gäbe aber stabile Signale, dass sich die Lieferengpässe in der Zulieferindustrie in den nächsten Monaten wesentlich verbessern und mit einer stabilen Produktion in den Herstellerwerken gerechnet werden könne. Das seien jedenfalls gute Vorzeichen dafür, dass mit dem Jahr 2022 die Talsohle des Automobilmarktes durchschritten werden könne. Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen rechne man aber nur mit einem überschaubaren Plus des Gesamtmarktes für 2023. „Elektrifizierung, Vernetzung und automatisiertes Fahren sind nach wie vor die Schlagwörter der Zukunft in der Automobilindustrie. Wichtig sind dabei eine technologieoffene Forschung und Entwicklung, um Innovationen sicherzustellen und den Standort zu stärken", betont Kerle.

Rückgang im Werkstattgeschäft

„Fehlende Neuzulassungen spüren wir zeitlich versetzt natürlich auch bei der Auslastung in unseren Werkstätten. Bei fallenden Stückzahlen im Handel und bei Reparaturen wird es für Betriebe immer schwieriger über die Runden zu kommen“, resümiert der Obmann des Bundesgremiums des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich, Klaus Edelsbrunner. Notwendig seien daher eine Ausweitung der Unterstützungen für Unternehmer für Energiekosten. Diese Förderungen müssten auch den Fahrzeughandel effektiv erreichen, so Edelsbrunner, der auch die Herausforderungen des Fahrzeughandels bei der Umstellung auf Agentursysteme, die noch immer nicht ausreichende Infrastruktur und Implementierung einheitlicher Ladesysteme beim Umstieg auf die Elektromobilität sowie die generelle mangelnde Unterstützung der politischen Akteure für das Automobil und den Wirtschaftsstandort ansprach. „Abschließend möchte ich betonen, dass die individuelle motorisierende Mobilität nicht im Widerspruch zum Klimaschutz steht, sondern dass vielmehr ambitionierte Ziele gemeinsam leichter erreicht werden können“, schloss Edelsbrunner seine Ausführungen.