Der aktuelle Entwurf der 42. KFG-Novelle sorgt für heftige Kritik: Die geplante Ausdehnung der Intervalle vom bewährten „3-2-1“- auf ein riskantes „4-2-2-2“-Modell ist für Fachleute realitätsfremd. Die Annahme, dass normale Services oder Reifenwechsel die Überprüfung der über 200 relevanten Prüfpositionen ersetzen könnten, gefährdet die Betriebssicherheit.

Alarmierende Zahlen aus der Mängelstatistik

Dass diese Pläne einem Blindflug gleichen, belegen die Zahlen: Bereits nach drei Jahren weisen bis zu 18,7 % aller Pkw schwere Mängel auf – bei Zweirädern sind es dramatische 40 %. „Wer in dieser Situation die Intervalle verlängert, nimmt wissentlich fahruntüchtige Fahrzeuge auf unseren Straßen in Kauf“, warnt Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Mst. Thomas Marichhofer.

Das Gegenkonzept: 115.000 Arbeitstage weniger Bürokratie

Stattdessen fordert die Bundesinnung eine zeitgemäße Reform: Die Fusion der Datenbanken und die komplette Abschaffung der physischen Plakette. Das Konzept „Ein Datensatz für jedes Fahrzeug“ bringt echten Bürokratieabbau.
Für Werkstätten bedeutet das eine enorme Erleichterung: Jährlich werden rund 115.000 Arbeitstage für das Verwalten, Abschaben und Aufkleben von Plaketten vergeudet. Diese Zeit ließe sich einsparen; zudem fällt der Ärger beim Plakettentausch nach Scheibenbruch weg. Konsumenten profitieren ebenfalls: Das Gutachten wird kostenfrei auf eAusweise dargestellt, eine Online-Abfrage schützt vor Betrug beim Gebrauchtwagenkauf.
„Unser fertiges Reformkonzept liegt auf dem Tisch“, betont Bundesinnungsmeister MMst. Roman Keglovits-Ackerer, BA. „Wir fordern den Gesetzgeber auf, diese moderne Infrastruktur zu nutzen, anstatt die Verkehrssicherheit zu opfern.“