Fast zwei Drittel der Betriebe an, zumindest die grundlegende Hochvolt-Qualifikation (HV1 und HV2) abgeschlossen zu haben, ein ermutigendes Zeichen. Immerhin ein Drittel verfügt bereits über HV3-geschultes Personal und die nötige Ausrüstung. Doch ein Viertel sagt deutlich: „Das ist für uns noch kein Thema.“ Auch das belegt, dass die Umrüstung auf Hochvolt kein Selbstläufer ist.
Noch deutlicher zeigt sich die Zurückhaltung beim Umsatzanteil mit Elektrofahrzeugen. In rund 57 Prozent der Betriebe liegt dieser bei maximal fünf Prozent. Viele nehmen den Trend wahr, sehen aber noch keinen akuten Handlungsdruck.

Geringe Nachfrage bremst HV-Investitionen

Der zentrale Bremsfaktor ist laut Umfrage die geringe Nachfrage. Über die Hälfte nennt dies als Hauptgrund, nicht stärker auf Hochvolttechnik zu setzen. Hinzu kommen Investitionskosten und fehlende Fachkräfte. Technische oder regulatorische Unsicherheiten spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Auf die Frage, welche Hochvolt-Dienstleistungen man künftig verstärkt anbieten wolle, antworten 40 Prozent: keine. Der Fokus bleibe bei klassischen Antrieben. Etwa ein Drittel sieht Potenzial in Batterie-Diagnostik und Wartung, rund 14 Prozent in der Reparatur kompletter HV-Systeme.
Der Ausblick ist dennoch nicht rein pessimistisch: Über die Hälfte erwartet, dass der Anteil von Elektrofahrzeugen in den nächsten zwei bis drei Jahren moderat steigen wird, zehn Prozent rechnen sogar mit einem starken Anstieg.

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Werkstätten am Scheideweg

Die Umfrage zeichnet ein differenziertes Bild: Die Bereitschaft zur Transformation ist vorhanden, aber eng an wirtschaftliche Rahmenbedingungen gekoppelt. Viele Werkstätten denken strategisch und beobachten die Marktentwicklung genau, wägen Investitionen ab und bereiten sich gezielt vor. Der Umstieg auf Hochvolt ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern vor allem ein betriebswirtschaftliches Kalkül. Wer heute mutig vorangeht, könnte sich morgen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern.

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