Nach Angaben von Mirka entfallen weltweit mittlerweile mehr als 50 Prozent der im Schadensfall ersetzten Teile auf Kunststoffkomponenten. Ein erheblicher Teil davon wäre grundsätzlich reparierbar, wird in der Praxis aber dennoch ersetzt. Mirka sieht einen wesentlichen Grund dafür weniger in der Wirtschaftlichkeit einer Reparatur als im fehlenden Know-how und in nicht ausreichend standardisierten Verfahren. Genau hier soll die gemeinsam mit 4Plastic entwickelte Plastic Repair Solution ansetzen.

Für Karosserie- und Lackierbetriebe eröffnet das eine interessante Perspektive. Statt beschädigte Bauteile zu beschaffen und auszutauschen, können sie zusätzliche Reparaturleistungen im eigenen Betrieb erbringen. Mirka sieht darin die Möglichkeit, vorhandenes handwerkliches Know-how stärker einzusetzen.

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Reparaturprozess ohne Spachtel

Kunststoffreparaturen werden nach Einschätzung von Mirka bislang häufig unter Einsatz von Spachtelmaterialien durchgeführt. Damit könne sich das Risiko späterer Reparatur- oder Lackierfehler erhöhen und die Haltbarkeit der Instandsetzung beeinträchtigt werden. Die Plastic Repair Solution verzichtet vollständig auf Spachtel. Zum Einsatz kommen stattdessen Kunststoffschweißstreifen in Automobilqualität sowie speziell entwickelte Verbindungsmaterialien.

Die Schweißstreifen bestehen aus OEM-kompatiblen Materialien und sollen sich mit der Oberfläche des zu reparierenden Bauteils verbinden. Mirka setzt dabei auf eine zum Patent angemeldete Polypropylen-Rezeptur, die den Streifen eine hohe Festigkeit und einen hohen Schmelzpunkt verleihen soll.

Werkzeuge für Stoßfänger und Befestigungslaschen

Neben den Verbrauchsmaterialien umfasst die Lösung mehrere speziell auf Kunststoffreparaturen abgestimmte Werkzeuge. Dazu gehört ein Push Tool, mit dem sich verformte Stoßfänger zurückformen lassen. Eine Laschenreparaturklammer dient wiederum dazu, beschädigte Befestigungslaschen beziehungsweise Stoßfängerkomponenten während der Reparatur zu fixieren.

Zum Programm gehören außerdem ein Fräsaufsatz für den Mirka Angos ARG-B sowie weiteres Zubehör. Die einzelnen Bestandteile des Systems können auch separat bezogen werden. Betriebe müssen damit nicht zwangsläufig das gesamte System anschaffen, sondern können ihre vorhandene Ausstattung gezielt ergänzen.