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Reifentipps für Reisemobile

Reisen
30.03.2022

 
Durch lange Stehzeiten im Winter werden die Reifen von Reisemobilen stark in Mitleidenschaft gezogen. Reifenhersteller Yokohama gibt Tipps für eine sichere Ausfahrt in die warme Jahreszeit.
Reifentipps für Reisemobile

In Bezug auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe gelten für Reisemobile und Wohnwagen die gleichen Regeln wie für andere Kfz und Anhänger. 1,6 mm sind Vorschrift, doch Yokohama empfiehlt mindestens 4 mm, damit das Fahrzeug bei starkem Regen nicht aufschwimmt. Da die meisten Campingfahrzeuge nur wenige Wochen im Jahr bewegt werden, sind überalterte Gummis ein noch viel häufigeres Problem. Wenn sich die Weichmacher erst aus der Mischung verflüchtigt haben, bricht die Performance deutlich ein. Die Reifen bekommen durch diesen Prozess nicht nur immer mehr Risse, sondern werden auch hart, wodurch viel Gripp verloren geht. Im schlimmsten Fall kann sich die Lauffläche lösen, was ein hohes Unfallrisiko birgt. Alte Reifen, Sommerhitze und hohe Zuladung bilden hier oft einen gefährlichen Cocktail. Erschwerend kommt hinzu, dass die Weichmacher bei selten genutzten Fahrzeugen nicht regelmäßig aktiviert werden, da dies nur im Fahrbetrieb geschieht. Spätestens nach 6 bis 8 Jahren sollte man die Reifen deshalb austauschen. Bei Wohnanhängern mit einer 100-km/h-Zulassung müssen es sogar weniger als 6 Jahre sein, so will es der Gesetzgeber.

Fahrkomfort und Sicherheit

Die letzten vier Stellen der auf der Reifenflanke angegebenen DOT bezeichnen das Herstellungsdatum. „1020“ beispielsweise heißt, dass die Produktion in der 10. Woche 2020 erfolgte. Während langer Standzeiten sollten die Reifen mit 0,2 bis 0,3 bar mehr Druck befüllt werden. Ein weiterer Tipp der Experten: Reifen per Reifenwiege oder Luftkissen entlasten - so werden die sogenannten Standplatten vermieden. Das Ausdrehen der Stütze bringt dagegen keinen Vorteil. Sonne, Wind und Wärme sowie ganz besonders das gasförmige Ozon aus der Atmosphäre setzen den Reifen ebenfalls zu. In sonnigen Gefilden oder bei längeren Standzeiten sollte man sie deshalb nach Möglichkeit abdecken. Auf der Seitenwand des Reifens ist auch der sogenannte Speedindex zu finden, der Auskunft über die zulässige Höchstgeschwindigkeit gibt. Bei Anhängern mit 100-km/h Zulassung sollte dort mindestens der Buchstabe „L“ für 120 km/h stehen, da hier der Gesetzgeber eine gewisse Sicherheitsreserve einfordert. Und auch bei Sommerreifen für Wohnmobile muss der Wert mit der eingetragenen Höchstgeschwindigkeit harmonieren. Die zwei- oder dreistellige Zahl vor dem Speedindex zeigt die Tragfähigkeit des Reifens an. Im Typenschein steht, welche Traglasten bei der Neubeschaffung benötigt werden. Kauft man ein gebrauchtes Wohnmobil, sollte man die Reifen jedenfalls kontrollieren, da man nicht ausschließen kann, dass sich der Vorbesitzer „vergriffen“ hat. Wer einen zu hohen Loadindex wählt, geht zwar kein Risiko ein, muss jedoch aufgrund der steiferen Flanken unter Umständen mit einem etwas herberen Fahrkomfort leben.