Reparaturtechniken

Kleben in der Werkstatt

Dicht- und Klebstoffe
06.12.2023

Die Wiener Landesinnung für Fahrzeugtechnik stellte gemeinsam mit Klebstoff-Spezialist Innotec neue Reparaturtechniken für die Kfz-Werkstatt vor.
Klebstoff-Gipfel am Wiener Mobilitätscampus: Roman Keglovits-Ackerer (Bundesinnungsmeister), Georg Ringseis (Landesinnungsmeister Wien), Reinhard Rauter (General Manager Innotec), Günter Blümel (Innungsmeister Stv.), Caroline Dressel (ARBÖ Verkehrsradio), Manfred Kubik (Bundesinnungsmeister Stv.), Martin Brandtner-Hafner (Fracture Analytics) (v.l.)
Klebstoff-Gipfel am Wiener Mobilitätscampus: Roman Keglovits-Ackerer (Bundesinnungsmeister), Georg Ringseis (Landesinnungsmeister Wien), Reinhard Rauter (General Manager Innotec), Günter Blümel (Innungsmeister Stv.), Caroline Dressel (ARBÖ Verkehrsradio), Manfred Kubik (Bundesinnungsmeister Stv.), Martin Brandtner-Hafner (Fracture Analytics) (v.l.)

„Wussten Sie, dass in einem VW Golf 14 Kilogramm Klebstoffe enthalten sind, und dass in einem 5er BMW bei der Produktion 157 Meter Kleberaupe appliziert werden?“ Mit diesen anschaulichen Beispielen demonstrierte Klebstoffspezialist und HTL-Lehrer Martin Brandtner-Hafner die Bedeutung von Klebstoffen im Automobilbau. „Ein Vorteil von verklebten gegenüber geschweißten Karosserieteilen ist auch, dass die Klebstoffe im Falle eines Crashs mehr Verformungsenergie aufnehmen können. Schweißpunkte platzen dagegen schnell auf“, führte Brandtner-Hafer weiter aus. Trotz dieser unbestreitbaren Vorzüge gäbe es allerdings noch immer Vorurteile bezüglich der Haltbarkeit geklebter Verbindungen. „Moderne Klebstoffe sind punktgenau auf die zu fügenden Materialien und deren Oberflächen abgestimmt – daher ist es besonders wichtig, dass sie exakt nach Anleitung verarbeitet werden“, so der Experte. Das erklärt auch, warum die vom Tiroler Spezialchemieunternehmen Innotec entwickelten Klebelösungen nicht im Baumarkt für Hobbybastler angeboten werden, sondern ausschließlich Profis in Reparaturwerkstätten.

Fit fürs Kleben

Karosserieteile, Stoßfänger, Schweller, Spoiler, Spiegel, Griffe oder Innenverkleidungen – die Bandbreite verklebter Komponenten in einem Fahrzeug ist enorm. Mittels neuester 1K- oder 2K- Klebetechnik aus dem Hause Innotec können unterschiedliche Materialien wie Stahl, Aluminium und Kunststoff ebenso wie Holz oder Textil miteinander verklebt sowie Fugen abgedichtet werden. Am Fachgespräch zum Thema Klebetechnik am Wiener Mobilitätscampus nahmen der Wiener Landesinnungsmeister Georg Ringseis, Bundesinnungsmeister Roman Keglovits-Ackerer, Innungsmeister Stellvertreter Günter Blümel, Bundesinnungsmeister Stellvertreter Manfred Kubik und Innotec General Manager Reinhard Rauter teil. Rauter betonte, dass der Innotec-Außendienst große Anstrengungen unternehme, die Kfz-Reparaturbranche fit fürs Kleben zu machen. Ringseis wies darauf hin, dass beispielsweise die Scheinwerfer-Reparatur im Gegensatz zum Austausch deutlich nachhaltiger und umweltschonender sei. Keglovits regte einen Fokus auf die Klebetechnik in den Berufsschulen an, da diese auch bei Elektro- und Wasserstofffahrzeugen zur Anwendung komme. Im Anschluss an die Diskussion präsentierten Innotec-Mitarbeiter die Leistungsfähigkeit der modernen Klebetechnik anhand von Fahrzeugkomponenten.