Stahlgruber zieht Bilanz 2017

Meisterhaft
22.02.2018

 
Im Gespräch mit der KFZ Wirtschaft skizzieren GF Hermann Kowarz und Prokurist Roland Hausstätter, wohin die Reise bei STAHLGRUBER Österreich geht.
Stahlgruber Österreich- Geschäftsführer Hermann Kowarz und Prokurist Roland Hausstätter

KFZ Wirtschaft: Ich ersuche beide Herren um eine Bilanz für 2017.
Hermann Kowarz: Wie es bei Stahlgruber Österreich mittlerweile Tradition ist, haben wir auch 2017 das bisher beste Jahr der Geschichte geschafft. Wir haben uns organisatorisch weiterentwickelt und beispielsweise unser 19. Verkaufshaus in Krems bereits beinahe fertiggestellt. Die Eröffnung wird am 26. Februar 2018 sein. Wir haben zudem unseren Vertrieb gestärkt und die Zahl unserer Zustellfahrzeuge erhöht. Zurzeit liegen wir bei 212.

Sie sagen „das beste Jahr“. Was heißt das?
Hermann Kowarz:
Wir haben erstmals die 130-Millionen- Umsatzgrenze überschritten. Wir haben in allen Segmenten, in allen Produktgruppen ein Wachstum verzeichnet.

Roland Hausstätter: Beispielsweise in der Produktgruppe „Turbolader“ konnten wir eine überproportionale Steigerung verzeichnen. Aber wie Herr Kowarz schon gesagt hat, wir sind tatsächlich in allen Produktgruppen signifikant gewachsen. Wir haben auch von der Marktsituation profitiert. Wir haben im Mai 2017 Bosch Car Service dazubekommen und sind offizieller Bosch-Großhändler. Und wir bieten jetzt – parallel zu unserem „Meisterhaft“-Konzept – dieses zweite Premiumkonzept an. Dies ist eine sinnvolle Ergänzung zu unserem „Meisterhaft“-Werkstattkonzept.

Inwiefern haben Sie von der Marktsituation profitiert?
Roland Hausstätter:
Es ist offenkundig, dass zahlreiche WM-Trost-Kunden schon seit Längerem nicht zufrieden sind. Davon haben wir zweifellos profitiert.

Hermann Kowarz: Wir haben deshalb profitiert, weil wir einfach besser sind.

Was sind Ihre Ziele für 2018?
Hermann Kowarz:
Wir planen eine weitere positive Entwicklung, eine Steigerung über dem Branchendurchschnitt.

Wird’s heuer das 20. Verkaufshaus geben?
Hermann Kowarz: Ja, mit großer Wahrscheinlichkeit.

Gibt es schon einen Standort?
Hermann Kowarz:
Die Verträge sind noch nicht unterschrieben, deshalb will ich das noch nicht kommunizieren.

Wie ist der Status quo von „Meisterhaft“?
Roland Hausstätter:
Wir hatten zu Jahresende 204 Partner. In der Zwischenzeit hat der 205. unterschrieben. Wir werden uns bei „Meisterhaft“ definitiv weiterentwickeln. Hier hat die Qualität bei uns absolute Priorität. Die kontinuierliche Qualitätsverbesserung ist unsere Maxime. Mit 205 Partnern haben wir eine vortreffliche Flächenabdeckung. Dennoch wird es Gebiete geben, wo wir Platz finden für neue, gute Partner.

Erklären Sie in ein paar Sätzen das Konzept von „Meisterhaft“ und skizzieren Sie den Profit.
Roland Hausstätter:
Der Partner profitiert von einem Konzept, das renommiert ist; „Meisterhaft“ ist anerkannt und bewährt. Die Wiedererkennbarkeit ist mit dem Logo gegeben. Sprich: Es handelt sich um eine konzeptionelle Werkstätte, wo sozusagen gewisse Qualitätskriterien dahinterstehen. Mit dem modular aufgebauten System kann die Werkstätte ihrem Kunden z. B. eine Mobilitätsgarantie anbieten. Der Kunde weiß generell, dass er in einem „Meisterhaft“-Betrieb eine hervorragende Qualität erwarten kann. Abgesehen davon gibt es zahlreiche Werbeaktionen, Flyer et cetera, mit denen wir unsere Partner unterstützen.

Wie hoch ist der Bekanntheitsgrad von „Meisterhaft“ beim Endverbraucher?
Roland Hausstätter:
Das Werkstattkonzept gibt es mittlerweile seit 19 Jahren. Der Wiedererkennungswert ist sehr hoch. Zum einen hat der Endverbraucher die Sicherheit, dass er bei einer Werkstätte ist, von der er höchste Arbeitsqualität erwarten kann. Zum anderen kann die Partnerwerkstätte mit unserem Konzept die Anzahl ihrer Stammkunden erhöhen. Wichtig ist uns zudem, dass unsere Partner freie Werkstätten bleiben und von uns keinen Leistungsdruck auferlegt bekommen. Mit unserem modularen System kann er jeweils entscheiden, was er will und was er nicht will.

Herr Kowarz, Sie haben zuvor betont „Wir sind einfach besser als die anderen“. Inwiefern sind Sie besser?
Hermann Kowarz:
Aufgrund unserer Logistik und wegen unserer Preisgestaltung. Wir verfügen über das breitgefächertste Vollsortiment. Wir haben die beste Sofortverfügbarkeit. Und wir bieten die beste Zustellung und Belieferung. Wir sind nicht der billigste Anbieter, aber jener mit den marktgerechten richtigen Preisen.

„Wir haben von der aktuellen Marktsituation deshalb profitiert, weil wir einfach besser sind.“ HERMANN KOWARZ, GESCHÄFTSFÜHRER STAHLGRUBER ÖSTERREICH

Sie haben aktuell 19 Verkaufshäuser. Ist der Zenit erreicht, oder geht’s noch immer näher zum Kunden? Kann es das perfekte Netz geben?
Hermann Kowarz: Das kann es sicher geben. Es muss alles wirtschaftlich darstellbar sein. Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Verkaufshäuser zu bauen, sondern an strategisch wichtigen Orten präsent zu sein. Bei uns ist der Verkaufshausleiter als Gebietsleiter für sein Gebiet verantwortlich.

„Unsere Partner profitieren von ‚Meisterhaft‘, einem Werkstatt- Konzept, das renommiert und anerkannt ist.“ ROLAND HAUSSTÄTTER, PROKURIST STAHLGRUBER ÖSTERREICH

Für heuer sind Sie zuversichtlich?
Hermann Kowarz:
Wir haben fünf Millionen Pkw auf der Straße, die serviciert und gewartet werden müssen. Dieses Faktum ist die Grundlage dafür, dass unser Geschäft in Schwung bleibt. Das Autofahren wird vonseiten der Politik nicht verboten werden. Und der Sprit wird auch nicht so teuer werden, dass ihn niemand mehr bezahlen kann.

Die Autobranche ist der neuen Regierung gegenüber sehr positiv eingestellt – von Einzelhandelssprecher Josef Schirak bis Importeurssprecher Günther Kerle –, weil erwartet wird, dass es eher eine „autofreundliche“ Politik geben wird.
Hermann Kowarz:
Wir dürfen nicht naiv sein und glauben, dass sich die Politik für uns groß engagieren wird.

Roland Hausstätter: Die Regierung braucht Einnahmen. Wenn es eng wird, wird es entsprechende Maßnahmen, Steuerbelastungen geben.

Fürchten Sie das Internet?
Roland Hausstätter:
Nein. Wir können mit unseren Mehrleistungen argumentieren. Wenn ein Endverbraucher mit Teilen oder mit dem Schmierstoff vom Internet in die Werkstätte kommt, hat die Werkstätte ein Problem, weil ihr die Spanne fehlt. Dazu kommt noch die Gewährleistungsproblematik.

Hermann Kowarz: Was noch dazukommt: Es gibt generell nichts geschenkt. In puncto Internet weiß man nicht, was exakt kommt, und es gibt ja auch zahlreiche Plagiate. Außerdem dauert es ein bis zwei Tage, bis es geliefert wird, und das dauert zu lange. Unsere Kunden brauchen die Teile just in time. Wenn ein Teil nicht passt, bedarf es einer Rücklieferung, das ist alles problematisch. Faktum ist unsere Stärke bei Stahlgruber: Mit 212 Zustellfahrzeugen und mit der schnellsten und besten Verfügbarkeit sowie mit unserer mehrmals täglichen Zustellung sind wir besser und vor allem schneller als das Internet.

Mehrmals täglich Zustellung, in Ballungsräumen beinahe im Stundentakt. Ist das notwendig?
Hermann Kowarz:
Wir sind Dienstleister. Wir können und wollen unsere Kunden nicht erziehen. Wir richten uns nach deren Anforderungen.

Was ist für heuer an Veranstaltungen geplant?
Roland Hausstätter:
Wir werden im Mai unser „Meisterhaft“-Partnertreffen am Wolfgangsee haben, das wir alle zwei Jahre alternativ zur AutoZum veranstalten. Zudem veranstalten wir regelmäßig Schulungen. Wir berücksichtigen auch bei der Planung jedes neuen Verkaufshauses einen eigenen Seminarraum. Unsere Schulungen haben sich bewährt und werden permanent intensiviert. Vom Dieselpartikelfilter bis zu Lichttechnik wollen wir unsere Kunden optimal dabei unterstützen. Die Technik wird immer komplexer, und dementsprechend wollen wir unsere Kunden stets auf dem Laufenden halten.

Die AutoZum war Ihnen immer wichtig. Ich nehme an, Sie werden 2019 wieder dabei sein?
Hermann Kowarz:
Ja, wir haben unseren Stand wieder gebucht und werden in voller Stärke aus Überzeugung präsent sein.