Verbrenner mit erneuerbaren Kraftstoffen sind sauber
Die deutsche Bundesregierung will sich in Brüssel für ein Aus des Verbrenner-Aus einsetzen. Die gemeinsame Position zur Überarbeitung CO2-Flottenregulierung schlägt entscheidende und lange erhoffte Änderungen vor. Die eFuel Alliance begrüßt dieses Engagement.
“Die deutsche Position ist taktgebend in Brüssel, die gemeinsame Position das richtige Zeichen. Jetzt geht es um Sichtbarkeit und diesen Einfluss in Gesetzestexten zu verankern. Nur wenn Deutschland mit Nachdruck agiert, kann sich die Position der Bundesregierung durchsetzen”, unterstreicht Ralf Diemer, Hauptgeschäftsführer der eFuel Alliance.
Die Vorschläge der Bundesregierung sehen vor, Fahrzeuge mit doppeltem Antrieb, (Plug-In-)Hybride sowie Range Extender und sogenannte hocheffiziente Verbrenner im Gesetz zu berücksichtigen. Laut dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sollen CO2-Emissionen künftig auch den Lebenszyklus einbinden. Bislang werden Emissionen betrachtet, die am Auspuff entstehen.
„Die Automobilindustrie braucht bis 2035 mehr Freiheiten. Wir müssen gleichzeitig sicherstellen, dass der Klimaschutz oberste Priorität genießt. Unsere Antriebssysteme brauchen erneuerbare Energie“, erklärt Diemer. „Hybride Fahrzeuge, Range Extender und hocheffiziente Verbrenner können nur einen Beitrag leisten, wenn der verwendete Ladestrom grün und die Kraftstoffe erneuerbar sind.“
Noch keine Lösungsvorschläge für hocheffiziente Verbrenner
Trotz des Vorstoßes der Bundesregierung besteht die Gefahr unrealistischer Anforderungen, die von der Industrie nicht umgesetzt werden können und am Ende doch zu einem de-facto Verbrenner-Aus führen. Bereits in der letzten Revision der CO2-Flottenregulierung hatte die Kommission versprochen, Lösungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu finden, die ausschließlich mit eFuels versorgt werden. Bis heute wurden keine brauchbaren Vorschläge gemacht.
Vorschläge der Industrie
Um Hybride, Fahrzeuge mit Range Extender und hocheffiziente Verbrenner ab 2035 zuzulassen, muss die EU-Kommission konkrete Vorschläge berücksichtigen. Drei Vorschläge sind grundlegend und werden von der Automobilindustrie unterstützt:
- Bislang definiert die CO2-Flottenregulierung nur batterieelektrische Fahrzeuge als Nullemissionsfahrzeuge. Grundlage hierfür ist, dass CO2-Emissionen nur am Auspuff gemessen werden. Ein klimafreundlicher Ansatz muss langfristig auch die Emissionen der Herstellung und des Transports erfassen – für alle Fahrzeugklassen. Wir brauchen eine Lebenszyklusanalyse der CO2-Emissionen.
- Der Kraftstoffmarkt enthält steigende Anteile erneuerbarer Kraftstoffe. Ein Kohlenstoffkorrektur-Faktor (CCF) muss diese Anteile berücksichtigen.
- Die Definition einer neuen Fahrzeugklasse für Verbrenner, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen betankt werden. Die Industrie hat hier diverse Vorschläge gemacht, wie eine solche Fahrzeugklasse definiert werden kann.
„Je langsamer die Elektrifizierung, desto wichtiger erneuerbare Kraftstoffe“, betont Diemer. „Nur mit erneuerbaren Kraftstoffen können hocheffiziente Verbrenner einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Brüssel muss schleunigst aktiv werden.“



