Grün gewinnt, Grau etabliert sich
Die Farbwahl bei Neuwagen befindet sich im Wandel. Wie BASF Coatings im aktuellen Color Report für Automotive OEM Coatings analysiert,, entfernen sich Verbraucher zunehmend von klassischen Favoriten. Stattdessen gewinnen naturinspirierte und differenzierte Farbtöne an Bedeutung. Besonders deutlich wird diese Entwicklung am wachsenden Anteil von Grün sowie an der zunehmenden Relevanz von Grau innerhalb der achromatischen Farbpalette .
Grün auf dem Vormarsch – Rückzug klassischer Farben
Unter den chromatischen Farben verzeichnet Grün im Jahr 2025 weltweit den größten Zuwachs. Die Farbe hat sich damit in die Gruppe der drei wichtigsten Buntfarben vorgearbeitet, die weiterhin von Blau und Rot angeführt wird. Gleichzeitig verlieren diese beiden lange dominierenden Farben an Marktanteil: Blau ging zuletzt um einen Prozentpunkt zurück, Rot fiel auf nur noch rund drei Prozent des weltweiten Gesamtmarktes. Dieser Rückgang markiert einen deutlichen Abschied von ehemals etablierten Farbklassikern .
Die wachsende Bedeutung von Grün wird im Report nicht als kurzfristiger Modetrend beschrieben, sondern als Ausdruck eines langfristigen Wertewandels. Naturnahe Assoziationen, Individualität und visuelle Differenzierung spielen bei der Farbentscheidung eine zunehmend zentrale Rolle.
Grau als Gewinner unter den neutralen Tönen
Parallel zur Entwicklung bei den Buntfarben zeigt sich auch innerhalb der achromatischen Palette eine klare Verschiebung. Grau legt im Jahr 2025 global um zwei Prozentpunkte zu und festigt seine Position als moderne, zurückhaltende Alternative zwischen Schwarz und Weiß. Während Schwarz insgesamt stabil bleibt, sinkt der Anteil klassischer Uni-Lackierungen deutlich. Ihr Marktanteil liegt inzwischen nur noch bei rund 18 Prozent, was auf eine stärkere Nachfrage nach nuancierten, technisch anmutenden Oberflächen hinweist.
Weiß verliert leicht an Bedeutung, bleibt jedoch weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Farbangebots – zunehmend ergänzt durch feiner abgestufte Varianten und Effekte.
Regionale Unterschiede
In der EMEA-Region (Europa, den Nahen Osten und Afrika) setzt sich der Trend zu Grün besonders deutlich fort. Die Farbe hat hier Rot überholt und wird zunehmend mit Individualität und gestalterischer Raffinesse verbunden. Silber verliert weiter an Relevanz, während Grau und Schwarz ihre Position innerhalb der neutralen Farben ausbauen .
In Nord- und Südamerika zeigt sich ein differenzierteres Bild. Zwar bleibt Grau auf hohem Niveau, doch gleichzeitig nimmt der Anteil chromatischer Farben wieder zu. Neben Grün gewinnen auch Beige, Braun und Violett an Bedeutung.
Im asiatisch-pazifischen Raum dominieren weiterhin achromatische Farben. Grau gewinnt an Dynamik, während Weiß zurückgeht. Grün wächst auch hier kontinuierlich, allerdings mit einer großen Bandbreite an Nuancen – von hellen, frischen Tönen bis zu erdigen, traditionellen Schattierungen.



