Auffällig dabei: Der Großteil der gehandelten Modelle wird längst nicht mehr produziert, gleichzeitig bleibt die Elektrifizierung bei Fahrzeugen mit offenem Dach weit hinter dem Gesamtmarkt zurück. Mehr als die Hälfte aller verkauften Cabrios ist älter als 15 Jahre. Zudem dominieren Privatverkäufe den Markt.

Viele Bestseller längst eingestellt

Die Rangliste der meistverkauften gebrauchten Cabrios liest sich laut Carvago wie ein Blick in die Vergangenheit. Von den 20 meistverkauften Modellen werden zwölf nicht mehr gebaut. Angeführt wird die europäische Verkaufsstatistik vom BMW 3er Cabrio, dessen Produktion bereits 2013 endete. Dahinter folgt das Volkswagen Golf Cabrio, das 2016 eingestellt wurde. Weitere prominente Beispiele sind Peugeot 206 CC, Volkswagen Eos oder Audi TT Cabrio. „Cabrios stellen heute eine sehr spezifische Nische dar, in der die Kunden in erster Linie Emotionen und Fahrerlebnisse suchen, die mit traditionellen Verbrennungsmotoren verbunden sind“, sagt Jakub Šulta, Gründer und CEO von Carvago. „Aus unseren Daten können wir ersehen, dass der Markt altert und sich die Verkäufe auf Privatpersonen verlagern, da das Angebot an neuen und jungen gebrauchten Cabrios dramatisch geschrumpft ist.“

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Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend beim Alter der Fahrzeuge. Während bei gewöhnlichen Gebrauchtwagen Fahrzeuge über 15 Jahre nur 28 Prozent der Verkäufe ausmachen, liegt ihr Anteil bei Cabrios bei 57 Prozent.

Elektroantriebe im Cabrio-Segment kaum relevant

Die Transformation hin zur Elektromobilität hat das Cabrio-Segment bislang nahezu ausgelassen. Laut Carvago verfügen 86,7 Prozent aller verkauften Cabrios weiterhin über einen Benzinmotor. Elektro- und Hybridmodelle kommen zusammen lediglich auf 1,7 Prozent Marktanteil. Eine Sonderrolle nimmt Österreich ein. Dort liegt der Anteil elektrifizierter Cabrios mit 6,7 Prozent deutlich höher als in anderen Ländern. Allerdings entfallen laut Carvago rund 95 Prozent dieser Fahrzeuge auf Tageszulassungen des MG Cyberster.

Deutschland bleibt größter Cabrio-Markt Europas

Mit einem Marktanteil von 4,24 Prozent am gesamten Gebrauchtwagenmarkt bleibt Deutschland der größte Cabrio-Markt Europas. Auffällig ist dabei die starke Rolle privater Verkäufer: 76 Prozent aller Cabrio-Transaktionen erfolgen zwischen Privatpersonen.

Während Händler vor allem jüngere Fiat-500C-Modelle anbieten, dominieren im Privatmarkt ältere BMW-3er-Cabrios der Baureihen E36, E46 und E93.

Österreich mit höchstem Preisniveau

Österreich weist innerhalb Europas das höchste Preisniveau für gebrauchte Cabrios auf. Der Durchschnittspreis liegt laut Analyse bei 24.515 Euro und damit fast dreimal so hoch wie in Polen.
Als Hauptursachen nennt Carvago die NoVA-Abgabe sowie die vergleichsweise junge Altersstruktur der angebotenen Fahrzeuge. Während das durchschnittliche Cabrio in Österreich neun Jahre alt ist, liegt der Durchschnitt in Polen bei 17 Jahren. Für Käufer könne sich laut Analyse dennoch der Blick ins Ausland lohnen.

Interessant ist auch die Farbverteilung im Cabrio-Segment. Käufer offener Fahrzeuge greifen deutlich häufiger zu auffälligen Lackierungen als klassische Gebrauchtwagenkunden. Grün ist laut Carvago fast viermal häufiger vertreten als im restlichen Markt, auch Gelb und Violett erzielen überdurchschnittliche Anteile.