Laut dem Fahrzeugdatenunternehmen carVertical kann der Anteil beschädigter Importfahrzeuge im Vergleich zu lokal genutzten Fahrzeugen in manchen Märkten um fast das Dreifache variieren. Eine vom Unternehmen durchgeführte Umfrage zeigt, dass 94,6 % der deutschen Autokäufer der Meinung sind, dass Verkäufer verpflichtet sind, frühere Schäden eines Fahrzeugs offenzulegen. Leider halten sich nicht alle Händler an die Regeln.

Laut der Analyse von carVertical hatten 61,2 Prozent der zwischen Januar 2025 und März 2026 in Deutschland überprüften Importfahrzeuge eine dokumentierte Schadenshistorie. Bei Fahrzeugen aus deutschem Bestand lag dieser Anteil bei 45,5 Prozent.

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Fehlende Datenvernetzung erschwert Rückverfolgbarkeit

Die Ursachen dafür liegen nach Ansicht des Unternehmens vor allem in der fragmentierten Datenlandschaft Europas. Fahrzeugdaten verbleiben in nationalen Registern, ein standardisierter Austausch zwischen den Ländern findet kaum statt. Wird ein Fahrzeug exportiert, beginnt seine Historie im Zielland vielfach praktisch bei null.

„Jedes Land hat unterschiedliche Datenschutzgesetze. Wenn es kein einheitliches System gibt, das sicherstellt, dass die Historie eines importierten Autos für alle Autofahrer zugänglich ist, leidet die Qualität der Gebrauchtfahrzeuge. Wenn ein Auto in ein anderes Land importiert wird, beginnt seine Historie oft von vorne – Mängel werden verschleiert und der Kilometerstand manipuliert“, sagt Matas Buzelis, Automarktexperte bei carVertical.

Preis verliert gegenüber nachvollziehbarer Historie an Bedeutung

Die Auswertung basiert nicht nur auf Fahrzeugdaten, sondern auch auf einer europaweiten Befragung unter 14.000 Teilnehmern. Die Ergebnisse zeigen eine klare Verschiebung der Prioritäten beim Gebrauchtwagenkauf: 67,1 Prozent gaben an, dass sie ein Auto ohne Schadenshistorie bevorzugen würden, während nur 10,8 Prozent den Preis als wichtigstes Kriterium nannten. Zudem erklärten 71 Prozent der Teilnehmer, sie würden mehr Geld für ein Fahrzeug bezahlen, dessen Unfallfreiheit nachvollziehbar dokumentiert ist.
Gleichzeitig lehnten 68,5 Prozent der Befragten den Kauf eines Fahrzeugs mit schwerem Unfallschaden grundsätzlich ab – selbst dann, wenn sich das Fahrzeug optisch in einwandfreiem Zustand befindet.