Ausschlaggebend für die Umstellung waren neben wirtschaftlichen Vorteilen vor allem die Betreuung und technische Unterstützung durch BASF. Gleichzeitig hält mit der jüngsten Generation des digitalen Farbfindungssystems von BASF und neuen Prozessen zunehmend auch Künstliche Intelligenz Einzug in den Lackieralltag.

Michael Czeitschner machte sich 2013 zunächst an einem anderen Standort selbständig, Ende 2018 erfolgte schließlich die Übernahme des Betriebs in Marz. Dort deckt das Unternehmen heute ein breites Spektrum ab – vom Fahrzeughandel über Karosserie- und Lackierarbeiten über klassische Reparatur- und Wartungsarbeiten bis hin zur Werkstatt für Motorräder und All Terrain Vehicles. Zum Portfolio zählen Fiat, Fiat Professional, Abarth, Jeep und die SUF-Marke KGM. Insgesamt beschäftigt der Betrieb aktuell 14 Mitarbeiter, davon zwei in der Lackiererei und drei Lehrlinge.
Michael Czeitschner plant auch einen „Bodyshop Boost“. Dabei handelt es sich um einen Beratungsdienst der BASF der Werkstätten hilft, mit umsetzbaren Zielen zu mehr Nachhaltigkeit zu gelangen. Arbeitsabläufe sollen verbessert, die Effizienz gesteigert und Kosten gesenkt werden. Bodyshop Boost beinhaltet ein Dashboard, auf dem der Kunde seine Entwicklung verfolgen kann.

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Rückkehr zu BASF

Mit der Entscheidung, künftig in der Lackiererei die Reihe 100 einzusetzen, kehrte der Betrieb gleichzeitig zu BASF zurück. Denn bereits im früheren Unternehmen hatte Czeitschner mit diesem Lackiersystem gearbeitet – und genau diese guten Erfahrungen gaben letztlich den Ausschlag. „Mir ist der gute Support einfach abgegangen. Die Leute dahinter, die Erreichbarkeit, die Kompetenz, Probleme schnell zu lösen“, sagt Czeitschner. Gerade die persönliche Betreuung und die schnelle Unterstützung im Problemfall seien zentrale Faktoren gewesen. Im Werkstattalltag zeige sich aber rasch, dass die Reihe 100 nicht nur bei Service und Betreuung punktet, sondern auch klare technische und wirtschaftliche Vorteile bringe. „Man kann schneller, effizienter, mit mehr Support und sauberer arbeiten“, so Czeitschner.

25 Prozent schneller bei weniger Energie

„Besonders deutlich bemerkbar macht sich die Umstellung bei den Trocknungsprozessen. Die Reihe 100 arbeitet mit deutlich niedrigeren Temperaturen und punktet mit den kürzesten Trocken- und Ablüftzeiten am Markt“, so Martin Kanizsaj von BASF Coatings. Wir gehen von einer 25 Prozent schnelleren Abwicklung aus. Entscheidend sei dabei die geringere Energie für das Beheizen der Lackierkabine. „Während klassische Lackiersysteme meist Kabinentemperaturen von rund 60 Grad erfordern, kommen wir beispielsweise beim A-C-24 Klarlack von 60 Grad auf 40 Grad herunter – bei derselben Trocknungszeit.“ Das beschleunige vor allem die Abläufe zwischen Lackiererei und Spenglerei. Der Klarlack sei schneller belastbar, wodurch der Zusammenbau des Fahrzeugs früher beginnen könne.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die wasserverdünnbaren Lacke von BASF maximal 250 Gramm flüchtige organische Verbindungen pro Liter enthalten (VOC 250 g/l und dadurch Emissionen und Energieverbrauch deutlich reduziert sind. Weiters lasse sich mit der Reihe 100 exakt nachvollziehen, wie viel Lack bei welchem Auftrag verwendet wurde.

Lackieren wird digital

Spektrophotometer, cloudbasierte Mischprogramme und digitale Farbfindungssysteme gehören längst zum Alltag. Mit der Plattform Refinity arbeite BASF kontinuierlich an Verbesserungen der digitalen Systeme. In Refinity wird für die Farbtonfindung ImagePLUS verwendet. Damit können Anwender Farbtöne hinsichtlich ihrer Nuancen, Pigmente und Unterschiede anhand realer Aufnahmen vergleichen. Statt auf künstlich generierten oder simulierten Farbdarstellungen basiert ImagePLUS auf echten Bildern. Besonders spannend sehen Czeitschner und Kanizsaj die Entwicklung in Richtung KI. Derzeit erhalten Lackierer nach einer Farbtonmessung meist mehrere mögliche Varianten und müssen anhand ihrer Erfahrung entscheiden, welche Formel die richtige ist. Künftig soll KI diese Auswahl deutlich präziser machen. Ziel sei es, dass die Software selbst erkennt, welcher Farbton tatsächlich passt und damit Fehlentscheidungen reduziert. Gerade bei modernen Effekt- und Metalliclacken wird das immer wichtiger, da aktuelle Farbtöne oft sehr komplex aufgebaut sind. „Die Designer lassen sich immer neuere, utopische Farben einfallen und wir müssen diese auch abbilden können“, so Kanizsaj.

Schnelle Hilfe bei Farbtonproblemen

Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht von Michael Czeitschner ist die technische Unterstützung durch BASF im Alltag. „Wenn Farbtonprobleme auftauchen, sind wir von BASF Coatings in der Regel innerhalb von 24 Stunden, spätestens innerhalb von 48 Stunden beim Kunden“, bestätigt Martin Kanizsaj. Gerade in einer Zeit immer komplexerer Lackierungen sei diese Unterstützung entscheidend. Denn moderne Fahrzeuge verlangen heute ein Höchstmaß an Präzision – nicht nur beim Farbton selbst, sondern auch bei Effektpigmenten, Metallicstrukturen und Oberflächenwirkung. ■

Eduard Scherz
BASF Techniker Eduard Scherz (rechts) erklärt den Lackierern die Reihe 100. © Martin Kanizsaj
Die neu installierte Einrichtung für die Reihe 100. © Martin Kanizsaj
© Martin Kanizsaj