Damit würde der Branche ein erheblicher bürokratischer Mehraufwand erspart, ohne die Ziele des Waldschutzes zu beeinträchtigen. Franz Doblhofer, Bundesberufsgruppenobmann der Vulkaniseure in der Bundesinnung Fahrzeugtechnik: „Für uns und die europäische Reifenbranche zeichnet sich nun eine deutliche Erleichterung ab. Gemeinsam mit dem internationalen Branchenverband BIPAVER haben wir es geschafft, dass runderneuerte Reifen künftig nicht unter den Anwendungsbereich der Verordnung fallen sollen.“

Die EU-Entwaldungsverordnung verfolgt das Ziel, die weltweite Entwaldung einzudämmen. Unternehmen dürfen bestimmte Rohstoffe und daraus hergestellte Erzeugnisse nur dann auf dem europäischen Markt in Verkehr bringen oder exportieren, wenn nachgewiesen werden kann, dass diese nicht mit Entwaldung oder Waldschädigung in Verbindung stehen. Dafür sieht die Verordnung umfangreiche Sorgfalts- und Dokumentationspflichten vor.

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Nachweispflicht entfällt

Für die Runderneuerungsbranche hätte dies erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen gehabt. Wären runderneuerte Reifen im Anwendungsbereich der EUDR verblieben, hätten Hersteller und Runderneuerungsbetriebe umfangreiche Nachweise über die Herkunft der eingesetzten Materialien erbringen und komplexe Dokumentationsprozesse etablieren müssen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen wären dadurch mit erheblichem bürokratischem Aufwand und zusätzlichen Kosten belastet worden, ohne dass dadurch ein messbarer Beitrag zum Schutz der Wälder entstanden wäre.

Insbesondere die geplante Herausnahme runderneuerter Reifen stellt einen wichtigen Erfolg für die Branche dar. BIPAVER hatte gegenüber der Europäischen Kommission überzeugend dargelegt, dass die Runderneuerung keine zusätzliche Nachfrage nach Naturkautschuk erzeugt. Im Gegenteil: Durch die Wiederverwendung hochwertiger Reifenkarkassen werden Ressourcen geschont, Rohstoffe eingespart und die Lebensdauer von Reifen deutlich verlängert. Damit leistet die Runderneuerung seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz.