Mit der Einführung der Euro-7-Norm ab Ende 2026 steht dem Automobilmarkt eine weitere Verschärfung der Emissionsvorgaben bevor. Die neuen Regelungen betreffen nicht nur Neufahrzeuge, sondern werden mittelbar auch den Gebrauchtwagenmarkt verändern. Experten gehen davon aus, dass sich Preisunterschiede zwischen Fahrzeugen unterschiedlicher Emissionsklassen künftig weiter vergrößern werden.
„Strengere Abgasnormen werden die Preisunterschiede zwischen Fahrzeugen verschiedener Emissionsklassen weiter vergrößern. Die Preisunterschiede könnten sich aufgrund der Einschränkungen für Fahrzeuge mit höherem Schadstoffausstoß vergrößern, da diese stärker besteuert werden. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge mit höherem Schadstoffausstoß nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern in bestimmten Städten keine Zufahrt zu Umweltzonen erhalten. Daher wird es für Käufer immer wichtiger, die technischen Daten und die Fahrzeughistorie sorgfältig zu prüfen“, sagt Matas Buzelis, Experte für den Gebrauchtwagenmarkt bei carVertical. Gerade im Gebrauchtwagensegment gewinnt die Fahrzeughistorie zusätzlich an Bedeutung. Fehlende Transparenz kann teuer werden – etwa bei manipulierten Kilometerständen, die laut Marktanalysen zu deutlichen Preisabweichungen führen.
Elektrofahrzeuge erstmals umfassend reguliert
„In der aktuellen Diskussion um Euro 7 wird häufig der Fokus auf die Verschärfung klassischer Emissionsgrenzwerte gelegt. Aus meiner Sicht greift das jedoch zu kurz. Der eigentliche Wendepunkt liegt an anderer Stelle: Erstmals werden auch Elektrofahrzeuge systematisch in die Regulierung einbezogen“, sagt Sascha Paaß, Sachverständiger für Schaden- und Wertgutachten.
Konkret werden Mindestanforderungen an die Batterieleistung festgelegt. So muss die Hochvoltbatterie nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern noch mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen, nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern noch mindestens 72 Prozent. Zudem berücksichtigt Euro 7 erstmals auch Emissionen aus Bremsen und Reifen.
Auswirkungen auf Kosten und Modellangebot
Für Hersteller bedeuten die neuen Vorgaben steigende Entwicklungs- und Produktionskosten, etwa durch komplexere Abgasnachbehandlung und zusätzliche Sensorik. Diese Mehrkosten könnten sich auch auf die Fahrzeugpreise auswirken.
Zeitplan der Einführung
Ab 29. November 2027 müssen schließlich alle neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in der EU die neuen Grenzwerte erfüllen. Bestehende Fahrzeuge mit Euro-6-Norm bleiben weiterhin zugelassen, könnten jedoch langfristig stärker von lokalen Umweltzonen oder Fahrbeschränkungen betroffen sein.