Das diesjährige Symposium zeigte erneut die enorme Bandbreite aktueller Entwicklungsansätze – vom batterieelektrischen Antrieb über Hybridtechnologien bis hin zu Wasserstoff- und Verbrennungslösungen. „Die Gesamtbetrachtung – von der Wiege bis zur Bahre von Energie und Antrieb – ist das Entscheidende“, führte „Hausherr“ Univ.-Prof. Bernhard Geringer als Vorsitzender des veranstaltenden Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) in seinem Statement aus.

China setzt auf mehrere Antriebsformen

Besonderes Interesse galt der Europapremiere der chinesischen „Roadmap 3.0“, vorgestellt von Professor Xiangyang Xu von der China SAE. Die Strategie definiert den Fahrplan der chinesischen Automobilindustrie bis 2040 und sieht weiterhin unterschiedliche Antriebskonzepte vor. Ruiping Wang, Senior Vice President Geely Auto, stellte klar: „Wir brauchen jede einzelne Lösung auf dem Weg zur Karbon-Neutralität.“ Auch Vertreter von BMW, AVL List und ERTRAC sprachen sich gegen eine einseitige technologische Ausrichtung aus.

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Fortschritte bei Verbrennungsmotoren und E-Antrieben

Neben zahlreichen Neuheiten im Bereich der Elektromobilität rückten auch moderne Verbrennungsmotoren in den Fokus. AVL präsentierte einen Motor mit einem Wirkungsgrad von 48 Prozent. Porsche zeigte Lösungen zur Öl-Direktkühlung elektrischer Antriebe im neuen Cayenne Electric Turbo. Volkswagen und Toyota informierten über neue Hybridkonzepte, während aus China über die steigende Nachfrage nach Range-Extender-Fahrzeugen berichtet wurde. Mehr als 1,2 Millionen solcher Fahrzeuge seien dort im vergangenen Jahr verkauft worden.

Wasserstoff bleibt Teil der Zukunft

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Wasserstofftechnologien. Diskutiert wurden sowohl Wasserstoff-Verbrennungsmotoren als auch Brennstoffzellenlösungen. Der Grazer TU-Professor Helmut Eichlseder verwies dabei auf die Bedeutung des Industriestandorts Österreich: „Bei Forschung und Entwicklung müssen wir dabei sein!“

Europa unter Druck

Mehrere Redner warnten davor, dass Europa im internationalen Wettbewerb an Boden verlieren könnte. Während in China langfristige Planung und in den USA Förderprogramme dominieren würden, stehe in Europa vor allem Regulierung im Vordergrund. Niklas Klingenberg von TRATON SE brachte die Situation auf den Punkt: „Wir müssen uns mehr anstrengen, um in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Auch die europäische Zulieferindustrie sieht sich laut CLEPA-Vorsitzendem Matthias Zink zunehmend unter Druck.

Neue Batterieproduktion bei Volkswagen

Ein zentrales Zukunftsprojekt präsentierte Frank Blome, Vorstandsvorsitzender der VW-Batterietochter PowerCo SE. Die Produktion der neuen Einheitszelle sei bereits Ende 2025 im deutschen Salzgitter angelaufen. Weitere Standorte entstehen derzeit in Valencia und Kanada.