Damit reagiert die Berufsausbildung auf die tiefgreifenden Veränderungen in Werkstätten und Betrieben. „Mit dieser neuen Ausbildungsordnung ist ein langjähriger Abstimmungsprozesse und somit Meilenstein gelungen. Sie entspricht den multitechnischen Anforderungen einer modernen Mobilitätsgesellschaft und sichert nicht nur eine Zukunftssichere Ausbildung für junge Menschen, sondern auch Top-Fachkräfte für unsere Mitgliedsbetriebe. „Ich möchte mich bei allen Stakeholder, insbesondere den Berufsschulen, bedanken, dass dieser große Wurf gelungen ist.“, freut sich Bundesinnungsmeister Roman Keglovits-Ackerer.

Berufsbild im Wandel

Die Anforderungen an Fahrzeugtechniker haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Neben Verbrennungsmotoren bestimmen heute Hochvolt-Systeme, Fahrerassistenzsysteme, digitale Diagnosetechnik und vernetzte Fahrzeugfunktionen den Werkstattalltag. Die neue Ausbildungsordnung trägt dieser Entwicklung Rechnung und definiert den Lehrberuf Fahrzeugtechnik als vierjährigen Schwerpunktlehrberuf.

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Künftig erfolgt die Ausbildung in den vier Schwerpunkten „Personenkraftwagentechnik“, „Nutzfahrzeugtechnik“, „Motorradtechnik“ und „Karosserietechnik“. Gemeinsam ist allen Fachrichtungen eine umfassende Grundausbildung, die weit über die klassische Mechanik hinausgeht.

Elektromobilität und Hochvolt-Technik fest verankert

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die konsequente Integration alternativer Antriebssysteme. Die Ausbildungsordnung umfasst neben Otto- und Dieselmotoren auch Hybridantriebe, vollelektrische Antriebssysteme sowie Brennstoffzellentechnologien.

Besondere Bedeutung kommt dem sicheren Umgang mit Hochvolt-Systemen zu. Lehrlinge erwerben Kompetenzen für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvolttechnik und lernen unter anderem das Spannungsfreischalten von Fahrzeugen, die Feststellung der Spannungsfreiheit sowie definierte Mess- und Prüfarbeiten an Hochvolt-Komponenten nach Herstellervorgaben. Damit wird ein Bereich in die Ausbildung integriert, der für viele Betriebe bereits heute zum Tagesgeschäft gehört und in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Diagnose und Digitalisierung gewinnen an Gewicht

Einen deutlich größeren Stellenwert erhält auch die Fahrzeugdiagnose. Moderne Werkstattinformationssysteme, digitale Prüf- und Messverfahren sowie computergestützte Fehlersuche ziehen sich durch die gesamte Ausbildung.

Die künftigen Fachkräfte lernen, Fehler in elektronischen Steuergeräten, Sensoren, Kamerasystemen und vernetzten Fahrzeugsystemen zu erkennen, zu dokumentieren und zu beheben. Gleichzeitig werden Kompetenzen im Umgang mit digitalen Arbeitsabläufen und der technischen Dokumentation vermittelt.

Assistenzsysteme als Ausbildungsinhalt

Während frühere Ausbildungsordnungen stark auf mechanische Komponenten fokussiert waren, berücksichtigt die neue Regelung auch die zunehmende Bedeutung von Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen. Themen wie Airbags, Pre-Crash- und Post-Crash-Systeme, eCall, Navigationssysteme, Komfortelektronik, Sensorik und Kameratechnik sind nun ausdrücklich Bestandteil der Ausbildung.