Gerade am Stauende auf Autobahnen zählen Auffahrunfälle auf Lkw zu den folgenschwersten Verkehrsunfällen. Zwar sind schwere Nutzfahrzeuge vergleichsweise selten in Unfälle verwickelt, dennoch entfällt rund jeder fünfte Verkehrstote in Österreich auf Kollisionen mit Lkw. Besonders kritisch wird es, wenn ein Pkw unter das Heck eines Aufliegers gerät.
Der ÖAMTC untersuchte deshalb die Wirksamkeit moderner Fahrerassistenzsysteme unter praxisnahen Bedingungen. Sieben aktuelle Pkw-Modelle mussten in unterschiedlichen Szenarien auf ein aufblasbares Lkw-Ziel auffahren – mit Geschwindigkeiten zwischen 56 und 130 km/h.
Das Ergebnis: Bereits bei 56 km/h reagierten einzelne Fahrzeuge weder mit einer Kollisionswarnung noch mit einem automatischen Bremseingriff. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h gelang es keinem der getesteten Notbremsassistenten, eine Kollision zu verhindern.
Aus Sicht des ÖAMTC zeigt dies deutlich, dass die derzeitigen Systeme reale Verkehrssituationen noch nicht ausreichend beherrschen. Vor allem das Erkennen eines Stauendes stellt für viele Assistenzsysteme weiterhin eine Herausforderung dar. Auch beim passiven Insassenschutz zeigt die Untersuchung Handlungsbedarf. In einem Crashtest gegen einen Auflieger konnte der getestete Unterfahrschutz seine Aufgabe nicht erfüllen. Zwar hielt der Querträger selbst der Belastung stand, die Befestigung am Auflieger versagte jedoch. Der Pkw unterfuhr den Anhänger bis zur B-Säule und kam erst an der Hinterachse zum Stillstand.