Mit der Gründung der Sata Automation schafft der Lackiertechnologiehersteller Sata die organisatorische Grundlage für den Ausbau seines Automatisierungsgeschäfts. Gleichzeitig beteiligt sich das Unternehmen am chinesischen Start-up CurveRobot. Beide Partner wollen ihre Kompetenzen in Entwicklung und Vertrieb bündeln, um Karosserie- und Lackierbetrieben den Einstieg in automatisierte Lackierprozesse zu erleichtern. Das erste gemeinsame Ergebnis ist das Robotersystem „jetstream“.
Nach Unternehmensangaben reagiert Sata damit auf den zunehmenden Kostendruck und den Fachkräftemangel in Karosserie- und Lackierbetrieben. Während CurveRobot seine Erfahrung in der Robotik einbringt, steuert Sata mehr als 100 Jahre Know-how in der Düsentechnologie und Lackapplikation bei. Die Sata Automation übernimmt künftig die Integration und Weiterentwicklung der Technologie sowie den exklusiven Vertrieb in Europa und Nordamerika. Angaben zur Höhe der Beteiligung an CurveRobot wurden nicht veröffentlicht.
Automatisierung als Unterstützung
„Zwei Dinge sind uns wichtig: Mit unseren Robotik-Lösungen wollen und können wir die Lackiererin bzw. den Lackierer nicht ersetzen. Das menschliche Können ist nach wie vor unerlässlich“, sagt Mike Wolf, Geschäftsführer bei Sata in Kornwestheim. Der „jetstream“ könne derzeit nach Unternehmensangaben bis zu 35 Prozent der Lackieraufgaben übernehmen. Während der Roboter lackiere, könnten Beschäftigte parallel weitere Fahrzeuge bearbeiten oder andere Tätigkeiten ausführen. Laut Wolf soll der Anteil der automatisierbaren Arbeiten mit derselben Hardware künftig weiter steigen.
Nach Angaben des Unternehmens arbeitet Sata zudem gemeinsam mit Partnern aus der Lackindustrie an spezifischen Programmen für unterschiedliche Produktlinien. Ziel sei es, reproduzierbare Lackierergebnisse und eine gleichbleibende Qualität in den Betrieben zu erreichen.
Technologie für reproduzierbare Ergebnisse
In Kombination mit einer Sata-Automatikpistole und der jet-X-Düsentechnologie soll der „jetstream“ eine feine und gleichmäßige Zerstäubung des Lackmaterials ermöglichen. Nach Unternehmensangaben führt dies zu einem planbaren Materialverbrauch, konstanten Schichtdicken und einer höheren Oberflächenqualität. Dadurch könnten Nacharbeiten reduziert werden.
Eingesetzt wird das System bereits bei Boya in Hannover, einem Lackierbetrieb der Aribos Gruppe. Dort kommt die Produktlinie 100 von BASF zum Einsatz, für die BASF und Sata nach Unternehmensangaben ein spezielles Lackierprogramm für den „jetstream“ entwickelt haben. Für interessierte Karosserie- und Lackierbetriebe stellt Sata auf einer eigenen Website Informationen zum System bereit. Künftig soll dort auch ein Wirtschaftlichkeitsrechner verfügbar sein, mit dem sich die Amortisationszeit einer Investition berechnen lässt.