Mit dem Modelljahr 2026 führt Euro NCAP die umfassendste Überarbeitung seines Bewertungsprogramms seit mehr als einem Jahrzehnt ein. Ziel ist es, die Fahrzeugsicherheit ganzheitlicher zu beurteilen und dabei moderne Fahrerassistenzsysteme sowie die Mensch-Maschine-Interaktion stärker zu berücksichtigen. „Die Idee ist, die Sicherheit eines Fahrzeugs in vier Schritten zu bewerten: Vom sicheren Fahren über die Unfallvermeidung und den Unfallschutz bis hin zur Sicherheit nach einem Unfall“, erklärt ÖAMTC-Techniker Thomas Hava.
Das neue Bewertungsschema gliedert sich in vier Bereiche. Unter “Safe Driving” wird bewertet, wie gut ein Fahrzeug seine Fahrer unterstützt und eine sichere Bedienung ermöglicht. Dabei fließen unter anderem ergonomische Bedienelemente, die Verfügbarkeit physischer Tasten sowie Systeme zur Fahrerüberwachung in die Beurteilung ein. Im Bereich “Crash Avoidance” steht die Leistungsfähigkeit von Assistenzsystemen im Mittelpunkt. Dazu zählen etwa Notbrems-, Spurhalte- und Kollisionswarnsysteme, die Unfälle verhindern oder deren Folgen reduzieren sollen.
“Crash Protection” bewertet weiterhin den klassischen Insassenschutz sowie den Schutz anderer Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer. Ergänzt wird dies durch den Bereich “Post Crash”, der untersucht, wie das Fahrzeug nach einem Unfall Rettungskräfte unterstützt – beispielsweise durch automatische Notrufsysteme oder Funktionen, die eine rasche Bergung erleichtern.
“Die neuen Protokolle verlangen von den Herstellern deutlich mehr – und das zu Recht. Ein modernes Auto ist erst dann sicher, wenn die Assistenzsysteme im Alltag zuverlässig funktionieren und die wichtigsten Bedienelemente auch ohne Blick auf einen Bildschirm erreichbar sind”, ordnet ÖAMTC-Techniker Thomas Hava ein. “Dass sowohl BMW als auch ZEEKR auf Anhieb mit fünf Sterne schaffen, zeigt, dass hohe Sicherheitsstandards machbar sind.”