Der globale Wettbewerb um Technologien für Elektroantriebe verschärft sich. Laut einer aktuellen Studie des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) kann Österreich aber trotzdem eine wichtige Rolle vor allem als spezialisierter Zuliefer- und Technologiestandort einnehmen. Entscheidend sei dabei die Kombination bestehender industrieller Kompetenzen mit neuen Spezialisierungen. Die Untersuchung basiert auf Daten von mehr als 60.000 Unternehmen und zeigt: Länder mit Stärken in Elektronik, Maschinenbau und fortgeschrittenen Werkstoffen haben eine um 52 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, Wettbewerbsvorteile im Bereich E-Antriebe aufzubauen. Diese Kompetenzen sind zentral für Schlüsselkomponenten wie Elektromotoren, Batteriesysteme und Leistungselektronik.
Europa unter Druck, Industrie als Hebel
Im internationalen Vergleich dominiert China weiterhin die Produktion von E-Antrieben. Gleichzeitig holen Länder wie die USA, Südkorea und Kanada auf. Europa kann laut Studie vor allem dann aufholen, wenn bestehende Industrien gezielt weiterentwickelt werden. Insbesondere Fahrzeugtechnik, Aluminiumverarbeitung und Spezialmaterialien bieten Potenzial für neue Spezialisierungen.
Chancen bei Batteriekreislauf und Recycling
Für Österreich sehen die Studienautoren vor allem in Bereichen wie Batterierecycling, Second-Life-Anwendungen und Kreislauftechnologien Chancen. Die industrielle Basis in Maschinenbau, Elektronik und Werkstofftechnik könne als „Sprungbrett“ dienen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen.
Industriepolitik als Schlüsselfaktor
Die Studie nennt drei zentrale Handlungsfelder: den gezielten Ausbau bestehender Industrien, die Verringerung technologischer Abhängigkeiten sowie die Förderung von Kooperationen und Investitionen. Ohne entsprechende Maßnahmen besteht laut den Autoren das Risiko, dass Wertschöpfung künftig verstärkt nach Asien und Nordamerika abwandert.