Unserer Umfrage zufolge ist das Reifengeschäft in vielen Betrieben stabil, aber nur in wenigen Fällen ein echter Wachstumsmotor. 37,7 Prozent der Befragten sprechen von einem gleichbleibenden Geschäft auf hohem Niveau, 26,2 Prozent von einem gleichbleibenden Geschäft auf niedrigerem Niveau. 13,9 Prozent sehen eine positive Entwicklung. Auf der anderen Seite melden 15,6 Prozent einen leichten Rückgang, 2,5 Prozent sogar einen starken. Man könnte also sagen: Reifen laufen mit, sie tragen den Betrieb aber meist nicht.
Begrenzter Anteil am Gesamtgeschäft
Dazu passt, dass der wirtschaftliche Stellenwert im Gesamtgeschäft oft überschaubar bleibt. 67,2 Prozent der Werkstätten, die an der Umfrage teilgenommen haben erzielen mit Reifen weniger als 20 Prozent ihres Geschäfts, bei weiteren 26,1 Prozent liegt es zwischen 20 und 40 Prozent. Unserer Umfrage zufolge ist das Reifengeschäft damit vor allem ein stabiler Zusatzbereich, der Frequenz bringt, aber selten allein über den Geschäftserfolg entscheidet. Die Stärke liegt im Umfeld: Mehr als drei Viertel der Befragten Betriebe nennen die Einlagerung als wichtigstes Zusatzgeschäft rund um den Reifen. Reparatur und Wartung folgen mit deutlichem Abstand (14 Prozent). Für viele Betriebe zählt weniger der einzelne Verkauf als der regelmäßige Kundenkontakt und die daraus entstehenden Zusatzaufträge.
Ganzjahresreifen und E-Mobilität
Unserer Umfrage zufolge haben Ganzjahresreifen für die Mehrheit der Betriebe keine entscheidende Bedeutung. Zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie durch Ganzjahresreifen praktisch keinen Rückgang im Geschäft erleben. Knapp zehn Prozent berichten sogar von zusätzlichem Geschäft, während rund 15 Prozent einen Rückgang durch den Trend zu Ganzjahresreifen sehen. Wir haben auch mögliche Auswirkungen der E-Mobilität auf das Reifengeschäft abgefragt: 31,2 Prozent sehen sehr wohl einen Einfluss, etwa durch stärkeren Abrieb aufgrund des höheren Gewichts von E-Fahrzeugen. Mehr als die Hälfte gibt aber an, dass dies bisher keinerlei Rolle spielt.
Wünsche an die Hersteller
Die offene Frage, was sich Werkstätten konkret von Reifenherstellern wünschen, ergibt ein klares Bild. Im Zentrum stehen Qualität und Verlässlichkeit. Genannt werden außerdem bessere Haltbarkeit, weniger Materialprobleme und insgesamt robustere Produkte. Ebenso wichtig sind stabile Preise, bessere Einkaufskonditionen und ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das für Werkstätten wirtschaftlich tragfähig ist. Dazu kommen Forderungen nach verlässlicher Verfügbarkeit, einfacheren Sortimenten sowie mehr Unterstützung im Alltag, etwa bei Beratung und Reklamationen.