„Wenn die Politik A sagt, muss sie auch B sagen“, fordert Jürgen Roth, Vorstandsvorsitzender der österreichischen eFuel Alliance. Wer Klimaneutralität bis 2040 festschreibe, müsse bereits jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit alternative Kraftstoffe in ausreichender Menge verfügbar werden.
Nach Ansicht der eFuel Alliance kann Elektromobilität einen wichtigen Beitrag leisten, den Verkehr aber nicht allein dekarbonisieren. Die Organisation verweist darauf, dass auch 2040 noch ein erheblicher Teil des Pkw-Bestands mit Verbrennungsmotor unterwegs sein werde. Diese Fahrzeuge könnten mit erneuerbaren Kraftstoffen klimaneutral betrieben werden, argumentiert Roth. Nachhaltige Kraftstoffe müssten deshalb bis dahin ähnlich selbstverständlich an Tankstellen erhältlich sein wie heute Benzin und Diesel.
Technologieoffene Regeln gefordert
Kritik übt die eFuel Alliance am Entwurf für das Erneuerbaren Energiegesetz Verkehr. Dieser trage dem österreichischen Klimaziel aus ihrer Sicht nicht ausreichend Rechnung. Gefordert werden ambitioniertere Zielpfade für die Transformation der Kraftstoffe sowie Grenzwerte, die unterschiedliche Technologien berücksichtigen.
Auch auf europäischer Ebene sieht die Organisation Handlungsbedarf. Österreich solle sich für eine technologieoffene Reform der Flottengrenzwerte einsetzen. Diese soll nach der Sommerpause in Brüssel weiterverhandelt werden. Zugleich warnt die eFuel Alliance davor, die Klimapolitik im Verkehr ausschließlich auf Emissionen am Fahrzeug auszurichten. Für einen aussagekräftigen Vergleich müssten aus ihrer Sicht auch Batterieproduktion, Rohstoffgewinnung und Strombereitstellung in die Ökobilanz einfließen. „Ehrgeiz braucht es vor allem bei Maßnahmen und nicht nur bei Zielen“, so Roth.
