Allwetterreifen

Ganzjahresreifen im Arbö-Test

Reifen
22.09.2022

 
Der Arbö testete Ganzjahresreifen für Kompakte, Kleinwagen und Kompakt-SUV unter typischen Fahrbedingungen in Winter und Sommer. Das Ergebnis wird die Sparfüchse freuen.
Reifentest

Der Autofahrerclub Arbö hat gemeinsam mit seinen deutschen Partnern ACE und der Gesellschaft für Technische Überwachung GTÜ neun Allrounder der Dimension 205/55R 17 sowohl im Winter wie auch im Sommer durch ein gründliches Testszenario geschickt. Für Allwetterreifen spricht vor allem der Entfall der lästigen Reifenwechsel im Frühjahr und Herbst sowie der Einlagerung und den damit verbundenen Kosten. Dabei sollten die Allwetter-Pneus beim Fahren über verschneite, regennasse oder trockene Straßen keine Schwächen zeigen.

Wintertest in Finnland

Die Schneetests in Finnland zeigten, wie viel Winterreifen tatsächlich in Allwetterreifen steckt – oder auch nicht. Die Reifen von Michelin, Nokian und Continental stechen hier besonders hervor. Sie liefern in jeder Winterdisziplin ordentliche Ergebnisse: Der Michelin bietet mit 16,5 Metern aus 38 km/h den kürzesten Bremsweg, dicht gefolgt vom Nokian (16,6 Meter) und vom Continental (17,0 Meter). Sie alle fahren sich zudem griffig im Schnee, haben also eine gute Seitenführung. Souverän ist auch ihr Lenkverhalten und die Kontrollierbarkeit. Das reduziert bei Kurvenfahrten deutlich sowohl Über- als auch Untersteuern. Schlusslicht auf Schneefahrbahn ist der Bridgestone. Er hat den mit Abstand längsten Bremsweg (19,0 Meter) und zeigt im subjektiven Handling gravierende Mankos: unpräzise im Gesamten, schwache Seitenführung, und der Testfahrer muss beim Beschleunigen gegen das ausgeprägte Untersteuern ankämpfen.

Test auf nasser Fahrbahn

Ein gänzlich anderes Ergebnis zeigt der Bridgestone auf nasser Fahrbahn: Beim Nassbremsen aus 80 km/h zeigt er mit 27,9 Metern die beste Leistung und ist damit nah an der Sommerreifenreferenz (27,4 Meter). Es folgen Vredestein (28,2 Meter) und Continental (29,5 Meter). In dieser Disziplin liefert der Bridgestone im Gegensatz zum Wintertest die beste Performance. Ganz im Gegensatz zum Toyo, der beim Aquaplaning und beim Handling zusammen mit dem Berlin schwächelt: Sie legen ein unpräziseres Lenkverhalten als der Rest des Testfelds an den Tag, fahren sich viel unsicherer und neigen beim Beschleunigen zum Untersteuern.

Test auf trockener Piste

Bei den Trockentests liegen die Testreifen im Großen und Ganzen dichter beieinander. Beim Bremsen aus 80 km/h zeigte der Michelin den kürzesten Bremsweg (24,4 Meter) und kann auch beim Handling überzeugen. So kann er sich den Punktesieg in der Kategorie vor dem Bridgestone sichern. Die meisten Reifen bieten auf trockener Fahrbahn eine gute Kurvenfestigkeit, präzises Lenkverhalten und sind gut kontrollierbar zu fahren. Einzig die Reifen der Marken Berlin und Cooper schwächeln etwas und haben noch Aufholbedarf.

Fazit und Empfehlungen

„Den perfekten Ganzjahresreifen gibt es noch nicht, dafür aber durchaus gute Modelle, die für durchschnittliche mitteleuropäische Wetter- und Witterungsverhältnisse geeignet sind“, zieht Erich Groiss, technischer Koordinator beim Arbö, Bilanz. Der Michelin Crossclimate2 hat die Tests am besten gemeistert und wird Sieger. Er zeigte keinerlei gravierende Schwächen und war bei Schnee, Nässe und auf trockener Strecke souverän, ausgewogen und gut fahrbar. Auf Platz zwei und drei landen der Continental AllSeasonContact und der Nokian Seasonproof. Der Bridgestone Weather Control hatte zwar die Nässe am besten im Griff und zeigte eine gute Performance auf trockener Fahrbahn, aber im Bereich Winter war er der Schwächste. Daher bekommt er nur ein „bedingt empfehlenswert“. Für den richtigen Wintereinsatz ist er nach Einschätzung des Testteams nicht zu empfehlen. Auch die Reifen von Cooper und Berlin sind in Summe nicht herausstechend und erreichen nur ein „bedingt empfehlenswert“. Der Testverlierer ist der Toyo Celsius. Er zeigte vor allem beim Handling nass zu viele Gefahrenquellen und bekommt als einziger Reifen im Test ein „nicht empfehlenswert“.