Tennant: "Unternehmertum ist gefordert"

Reifen
30.03.2020

 
James Tennant ist Geschäftsführer des Reifenzentrum Süd in Klagenfurt und Obmann des VRÖ. Der KFZ Wirtschaft verrät der Reifenexperte, wie die Branche mit der aktuellen Krise umgeht.
James Tennant, VRÖ-Obmann und GF des Reifenzentrum Süd in Klagenfurt
James Tennant, VRÖ-Obmann und GF des Reifenzentrum Süd in Klagenfurt

Das Unternehmen laufe derzeit auf Notbetrieb. Täglich von 08:00 bis 12:00 Uhr und nur nach telefonischer Vereinbarung. Der Begriff "Notfall" sei sehr schwierig zu definieren, sagt James Tennant. Auch wenn damit auch "Schindluder" betrieben werde. Es gehe darum sich daran zu halten, dass man von seiten der Politik als "Systemerhalter" eingestuft worden sei und dementsprechend agieren müsse, sprich: wirklich nur im Notfall. Das 18-köpfige Team hat Tennant auf Kurzarbeit umgstellt, in einer Whatsapp-Gruppe werden die zu verrichtenden Schichten besprochen und eingeteilt. "Wir haben 3.500 Kundenräder eingelagert. Uns ist wichtig unsere Kunden proaktiv zu kontaktieren und sie optimal zu beraten", erklärt Tennant.

Neben seinem eigenen Betrieb ist Tennant auch als Obmann des VRÖ (Verband der Reifenspezialisten Österreichs) gefordert. Was kommt auf die Reifenfachhändler zu? "Das primäre Problem ist, dass viele Betriebe über keine Reserven verfügen. Jetzt ist Unternehmertum gefordert." Es gehe darum, sich für Überbrückungskredite, Stundungen et cetera zu interessieren. Der VRÖ habe seinen Mitgliedern sämtliche verfügbaren Informationen von Interessenvertretungen und Schwesterverbänden zukommen lassen. Die aktuelle Krise stelle alle Reifenfachhändler vor riesige Herausforderungen. Jetzt schon schwache Unternehmen würden es sehr schwer haben. Was die aktuelle Krise in jedem Fall mit sich bringe: "Die Digitalisierung wird voll durchstarten." Betriebe, die das zuvor abgelehnt hätten, hätten sehr rasch etwa einen Online-Shop eingerichtet. "All das ist effizient und gut", so Tennant. Der menschliche Kontakt und die bestmögliche Betreuung würden aber durch nichts zu ersetzen sein.

Dann, wenn wieder eine gewisse Normalisierung eintritt.