Ultraschnelles Laden für Lkw und Busse

Elektromobilität
05.10.2021

 
Das österreichische Forschungsinstitut AIT und Partner entwickeln eine Schnellladestation und die entsprechende Infrastruktur für elektrisch angetriebene Schwerfahrzeuge.

Schwere Nutzfahrzeuge wie Busse oder Lkw sind nach der Europäischen Umweltagentur für fast 5 % der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU und für rund 27 % der CO2-Emissionen im Straßenverkehr verantwortlich. Fazit: Nur durch eine erhebliche Reduktion der CO2-Emissionen in diesem Segment können die Klimaziele erreicht werden. Für die vollständige Elektrifizierung von Schwerfahrzeugen und Bussen bedarf es allerdings noch innovativer Ansätze und einer intelligenten Hochleistungsladeinfrastruktur. Forscher*innen vom AIT entwickeln daher mit den Partnern AVL List, EnerCharge, Infineon Technologies Austria und Xelectrix Power im Projekt „Medusa“ eine Schnellladestation und die Infrastruktur für Schwerfahrzeuge, Busse und Lkw im Multimegawattbereich.

Projekt Medusa

Das Projekt „Medusa“ steht für Multi-Megawatt Medium-Voltage Fast Charging und wird in seiner zweiten Phase erstmals einen Demonstrator in Europa für eine Multimegawatt-Schnellladestation entwickeln, die direkt an das Mittelspannungsnetz gekoppelt wird. „Für die Schnellladung eines Lkw wird die Leistung von 3 Megawatt benötigt. Die Bereitstellung dieser hohen Leistung ist für das Verteilnetz eine große Herausforderung“, erklärt Markus Makoschitz, Projektleiter und Senior Scientist am AIT Center for Energy. Im Projekt arbeiten daher mehrere Partner zusammen, die über das technologische Know-how für die Entwicklung einer Multimegawatt-Schnellladestation mit direkter Mittelspannungsnetzanbindung sowie netzstabilisierenden Eigenschaften verfügen. „Diese Ladesäulen sollen zukünftig eine Schnellladung von 3 Megawatt, oder mehrere Ladungen von 150 Kilowatt - das entspricht dem Bedarf rund 20 PKWs - ermöglichen“, erklärt Makoschitz. Durch die Anbindung der Batteriespeichersysteme im Verbund mit Solarstromtechnologie sollen die CO2-Emissionen noch weiter reduziert werden.