Akkubrand

Wenn Elektroautos Feuer fangen

Elektromobilität
27.04.2022

Am Brandplatz der Feuerwehr in Stockerau demonstrierten die Hochvolt-Trainer Emanuel Wulgarellis und Andreas Nunberg, wie schwer es ist, ein brennendes Elektroauto zu löschen.
Inszenierter Akkubrand bei einem Think City
Inszenierter Akkubrand bei einem Think City

Was passiert, wenn ein Think City Elektroauto nach einem Aufsitzer oder dem Überfahren eines sperrigen Gegenstandes zu brennen anfängt, war eindrucksvoll am Brandplatz im niederösterreichischen Stockerau zu erleben. Die Lithium Ionen Batterie im Fahrzeugboden fing Feuer, setzte die Kunststoffkarosserie in Brand und trotzte allen Löschversuchen. Fazit: Das Fahrzeug brannte komplett aus. Die Hochvolt-Trainer Emanuel Wulgarellis und Andreas Nunberg hatten gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Wien und Rosenbauer, dem oberösterreichischen Hersteller für Feuerwehrgeräte, zum eindrucksvollen Feuerwerk geladen, um die Gefahren eines Batteriebrandes zu veranschaulichen. Ein weiterer Brand- und Löschversuch wurde mit einem Batteriepack durchgeführt, das aus insgesamt 18 sogenannten Pouch-Zellen besteht. In modernen E-Autos sind mehrere solcher Batteriepacks untergebracht, sie enthalten die brandgefährlichen flüssigen Elektrolyten, die in modernen Lithium-Ionen Zellen zum Einsatz kommen.

Gefährlicher Rauch

Grelle Flammen und weißen Rauch spuckt die brennende Batteriezelle in die Luft, nach kurzen Phasen scheinbarer Beruhigung geht der Feuerreigen von neuem los – bis nach etwa einer Stunde alle 18 Pouchzellen abgebrannt sind. Komplett unterbrechen lässt sich der chemische Prozess nicht. Die Feuerwehr kann aber mithilfe eines speziellen, von Rosenbauer entwickelten hydraulischen Stachels, Wasser in das Innere des Akkus leiten. Durch die Abkühlung kommt der Brand zwar vorübergehend zur Ruhe, kann jedoch jederzeit wieder aufflammen. Roman Sykora und Marcus Wallner, beide Bereitschaftsoffiziere der Berufsfeuerwehr Wien mit chemischer Ausbildung, warnen vor dem Giftcocktail im Rauch eines Akkubrandes. „Der schwarze Rauch ist vergleichsweiße harmlos, der weiße dafür umso giftiger“, sagt Sykora. Neben aromatischen Kohlenasserstoffen, die als krebserregend gelten, sind darin Salz- und Schwefelsäuredämpfe, Cyanide, Kohlenmonoxid, Phosphorsäure und Schwermetalle wie Nickel, Mangan und Kobalt enthalten. Die Experten empfehlen daher, sich einem Akkubrand nur mit schwerem Atemschutzgerät und Rückenwind zu nähern.