Neue Kampagne des 2Radhandels

Motorrad
15.03.2021

Von: Philipp Bednar
Um die stetig zunehmenden Repressalien für die heimischen Motorradfahrer und Händler zu minimieren, soll eine neue Kampagne mit prominenter Unterstützung helfen.
Ferdinand Fischer, Sprecher des 2Radhandels, mit Wolfgang Böck, Schauspieler und leidenschaftlicher Motorradfahrer.

Die Lage für heimische Motorradfahrer und Motorradhändler ist wahrlich nicht rosig: Einerseits Fahrverbote in Tirol, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch heuer wieder eingeführt werden. Anderseits die Erhöhung von NoVA und motorbezogener Versicherungssteuer. An die lokalen Tempolimits ausschließlich für Motorradfahrer hat man sich auf kurvenreichen Strecken leider schon gewöhnt. 

Grund genug für Ferdinand O. Fischer, Sprecher des 2Radhandels, mit einer neuen Kampagne samt Promiunterstützung mobil zu machen. Der Slogan lautet: "Lieber leise in die Zukunft - als laut ins Out!" 
Urheber des Slogans ist übrigens Wolfgang Böck, Schauspieler und leidenschaftlicher Motorradfahrer. 

Im Pressegespräch hat Fischer vier für den 2Radhandel wichtige Themen angesprochen:

"Die Fahrverbote in Tirol, die auf einem eingetragenen Standgeräusch von maximal 95 dB beruhen, sind ein völlig untaugliches Mittel zu Lärmreduzierung, da das Standgeräusch gar nichts über die Geräuschentwicklung im Fahrzustand aussagt." Trotz Gesprächen mit der Politik, die laut Fischer von keinerlei Erfolg geprägt waren, müsse man am Ball bleiben. Zur Not gibt es auch kommenden Sommer wieder eine Demonstration der heimischen Biker. 

Außerdem betont der 2Radhandelssprecher, dass die Steuererhöhungen unverhältnismäßig wären: "Ein Zweirad hat durchschnittlich einen um die Hälfte geringeren CO2-Ausstoß als ein Pkw. Es nimmt nur ein Viertel der Parkfläche ein und Staues produzieren Motorräder und Roller auch keine." Daher müsse die Politik Zweiräder mit Steuererhöhungen nicht bestrafen, sondern eigentlich fördern bzw. nicht weiter verteuern. 

Die Kampagne ziele darauf ab, ein Bewusstsein - auch in der Motorradcommunity selbst - dafür zu schaffen, dass Motorradfahren nicht unbedingt mit Lautstärke einhergehen muss. In einem Promivideoclip bringt es Dominic Heinzl, Journalist und TV-Moderator, auf den Punkt: "Es Politik will uns das Motorradfahren verbieten. Das darf nicht sein. Daher müssen wir auf uns aufmerksam machen." Aber eben nicht mehr mit Gasgeben und Lautstärke, sondern mit Verständnis und Rücksichtnahme auf die Anrainer. Daher lieber etwas runter mit der Drehzahl und den Anrainern ihre Ruhe lassen, um noch weiterhin beschwingt durch das Alpenvorland cruisen zu können. 

Einen strengeren Appell richtet Ferdinand O. Fischer auch an die Motorradhersteller: "Wir brauchen zugelassene Motorräder, die nicht nur im vorgeschriebenen Drehzahlbereich leise sind." Gemeint sind damit vor allem Klappenauspufflösungen, wie sie bei den meisten Herstellern schon zum Einsatz kommen. In einem gewissen Geschwindigkeits- und Drehzahlbereich verschließt eine Klappe den Auspuff deutlich, um niedrigere Geräuschwerte zu erzielen. 

Laut 2Radhandel gibt es österreichweit 850.000 2Rad-Besitzer und sichern damit 41.000 Arbeitsplätze bzw. erwirtschaften 0,89 Prozent des BIP.
"Beschneidet man die Motorradfahrer, beschneidet man 10 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung", lässt Fischer die Politik zum Abschluss wissen.