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Bleifußland oder päpstlicher als der Papst?

07.07.2021

Die Österreicher*innen haben schon das eine oder andere derartige Verkehrsdelikt begangen, wie eine aktuelle Umfrage von AutoScout24 unter 500 Befragten ans Licht bringt. Aber ist das so schlimm? 

Eine weiße Weste, was die Befolgung von Verkehrsregeln betrifft, haben eigenen Angaben zufolge nur 6 Prozent der Befragten. Frauen (7 Prozent) stehen Männern (5 Prozent) in dieser Sache übrigens nicht sonderlich nach. Im Gegensatz zu den deutschen Nachbarn ist die Richtgeschwindigkeit in Österreich wenig verbreitet – könnte man meinen. Doch die aktuelle AutoScout-Umfrage zeigt, dass man es hierzulande nicht immer so genau mit dem Geschwindigkeitslimit nimmt. Auf Autobahnen haben 63 Prozent der Österreicher*innen schon mindestens einmal die erlaubte Geschwindigkeit überschritten, auf Landstraßen 61 Prozent. Und auch eine 30er-Zone wurde von mehr als der Hälfte der Befragten (57 Prozent) bereits mindestens ein Mal nicht ernst genommen. Aber Hand auf's Herz: Wo kein Kläger, dort kein Richter, oder?

Was bei mehr als jedem zweiten Autofahrer das eine oder andere Mal unter den Tisch fällt: die Betätigung des Blinkers, bevor abgebogen wird. Was dafür viel zu oft in der Nähe des Steuers zu finden ist: das Handy. Immer noch 43 Prozent geben an, schon mindestens einmal während des Fahrens ohne Headset oder Freisprecheinrichtung telefoniert oder gar eine SMS geschrieben zu haben. 

Wer nur schnell etwas zu erledigen hat, begeht ebenfalls gerne die eine oder andere Verkehrsübertretung. So haben 39 Prozent der Befragten schon einmal aus diesem Grund darauf verzichtet, einen Parkschein zu legen. Ein Fünftel hat, mit dem Gedanken im Hinterkopf, gleich wieder zurück zu sein, schon einmal das Auto in einer Einfahrt abgestellt. Und ganze 12 Prozent haben sich bereits einmal eine eher im Süden verbreitete Praxis zu eigen gemacht und ihr Fahrzeug kurzerhand in zweiter Spur mit Warnblinkanlage zurückgelassen. „Bitte warten“ heißt es hin und wieder auch für den einen oder anderen Fußgänger. Denn 27 Prozent der Befragten lassen Fußgänger nicht über die Straße, wenn die Zeit knapp ist.  

Deutlich brenzliger, als kurz eine Einfahrt als Parkplatz zu nutzen, kann die Missachtung von Vorfahrtsregeln ausgehen. Dennoch gibt je ein Viertel der Befragten an, bereits einmal eine rote Ampel überfahren zu haben oder Vorrangregeln auf ungeregelten Kreuzungen missachtet zu haben. Und auch eine kurze „Geisterfahrt“ hat der eine oder andere schon einmal absolviert – und zwar rückwärts gegen die Einbahn, um einen heiß begehrten Parkplatz zu erhaschen. 

Im ersten Moment könnte man meinen: Österreich ein Bleifußland. Aber wenn wir ehrlich sind: Hie und da ist eine kleine Missachtung - ohne anderen zu schaden - auch nicht wirklich der Rede wert, oder? 

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