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Elektromobilitätsoffensive bei Volkswagen: 2020 kommt mit dem I.D. das erste Serienauto aus dem modularen Elektrifizierungsbaukasten.

E-Mobilität vor dem Durchbruch

22.02.2018

Am ersten EV-SAFETY-DAY in der Pyramide Vösendorf ging es sowohl um die Sicherheit des E-Antriebs als auch um die Strategien der Autohersteller und Reparaturbetriebe angesichts des bevorstehenden Umbruchs in der Antriebstechnologie.

Manfred Schrödl

„Den zusätzlichen Strombedarf kann unser Netz leicht verkraften.“ MANFRED SCHRÖDL, INSTITUTSVORSTAND TU WIEN FÜR ENERGIESYSTEME UND ELEKTRISCHE ANTRIEBE

Die spannende Vortragsreihe am EV-Safety- Day vor rund 200 interessierten Besuchern startete Andreas Lamm vom deutschen Schulungsveranstalter für Klimatechnik Lammy & Partner, der in Österreich mit Teilehändler Birner kooperiert. Seine Botschaft an alle anwesenden Kfz-Techniker, die sich um Geschäftseinbußen angesichts des technisch vergleichsweise simplen Elektroantriebs Sorgen machen: „Die Klimaanlage in einem Pkw mit Verbrennungsmotor ist ‚nice to have‘, im Elektro- und Hybridauto ist sie ein ‚must have‘ Produkt.“ So besteht beispielsweise das Temperaturmanagement des Audi Q7 e- tron aus nicht weniger als drei Kühlwasserkreisläufen mit Wärmetauschern, die sowohl den Passagieren als auch der Lithium-Ionen-Batterie ein permanentes Wohlfühlklima bescheren. „Bei den Akkus und den Elektromotoren des Antriebsstrangs kann tatsächlich kaum etwas kaputtgehen“, so Lamm, „aber die Klimaanlagen sind hochkomplexe Systeme mit zahlreichen Fehlerquellen.“ So wird also auch in Zukunft für Arbeit und Umsatz in den Werkstätten gesorgt sein. Laut Klimatechnik- Experte Lamm schlägt beispielsweise der Austausch eines elektrischen Verdichters mit stolzen 1.800 Euro zu Buche. Auch Kondensator, Expansionsventil und Verdampfer können kaputtgehen, ganz abgesehen von den Leitungen des Kühlmittelkreislaufs, die an den verschiedensten Stellen undicht werden können.

VOLKSWAGEN FORSCHT

Johann Berner, Leiter der Importeurs- und Techniktrainings bei Porsche Austria, berichtet in seinem Vortrag unter anderem vom Aufbau des VW-Batterieforschungszentrums, in dem an Stromspeichern mit 100 kWh Ladekapazität und einem modularen Elektrifizierungsbaukasten MEB getüftelt wird. 2020 will Volkswagen sein Modell I.D. als erstes Serienfahrzeug mit neuer Plattform und Speichertechnik am Markt einführen. Im Zuge der Elektromobilitätsoffensive des Mutterkonzerns schult Händler Porsche nun auch seine Kfz-Techniker in der spannenden Materie. Bisher wurden je Autohaus zwei sogenannte e-Mobilitäts-Techniker ausgebildet, 580 sind es insgesamt. Johann Berner leitet ein Team von 22 Trainern, darunter fünf Hochvolt- Experten. „Das Elektroauto steht unmittelbar vor dem Durchbruch“, begann Manfred Schrödl, Vorstand des Institutes für Energiesysteme und elektrische Antriebe an der TU Wien, seinen Vortrag. Anhand zweier Folien demonstrierte er anschaulich, dass der komplexe Aufbau eines von Wasserstoff gespeisten Brennstoffzellenfahrzeuges gegenüber dem vergleichsweise einfachen und dabei doppelt so effizienten batterieelektrischen Antrieb eindeutig im Nachteil ist. Der Frage von Skeptikern, wo denn der Strom für all die Elektroautos herkommen soll, entgegnet der Wissenschaftler, dass der Strombedarf bei einer flächendeckenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen um höchsten 20 Prozent ansteigen werde, was das bestehende Stromnetz durchaus vertrage. Fazit Schrödl: „Die E-Mobilität ist längst auf dem Pfad der Erleuchtung und Profitabilität unterwegs.“

Autor/in:
Peter Seipel
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